Wie Nachforschungen des WDR-Wirtschaftsmagazins "markt XL" ergaben, ist das PIN-System von Kreditkarten weniger sicher als von der Kreditwirtschaft behauptet. So wurde unter anderem aufgezeigt, wie ein Kunde mit seiner VISA-Card mit zwei unterschiedlichen Geheimnummern am Geldautomaten Geld abheben konnte.
Die Sicherheit des PIN-Systems gibt seit Jahren Anlass zum Streit. Mit schöner Regelmäßigkeit treffen sich Banken mit ihren Kunden vor Gericht, wenn nach einem Diebstahl der Bankkarten trotzdem Konten leer geräumt werden. Diese Gerichtsprozesse gehen fast grundsätzlich zu Gunsten der Bank aus. Diese bestehen darauf, dass geschädigte Bankkunden entweder nicht sachgemäß mit ihrer Geheimzahl umgegangen sind oder ausgespäht wurden. Alle anderen Möglichkeiten eines Missbrauchs werden ausdrücklich ausgeschlossen.
Laut Angaben von "markt XL" haben britische IT-Experten herausgefunden, dass etwa 66% der VISA-Karten zwei oder mehr gültige PINs haben. In bestimmten Fällen seien sogar bis zu zehn PINs pro Karte möglich. Dadurch reduziert sich die Sicherheit des PIN-Systems in Einzelfällen dramatisch.
Nach Ansicht des Zentralen Kreditausschusses, dem Zusammenschluss der deutschen Banken- und Sparkassenverbände, sei dies unmöglich. Auf eine Anfrage des WDR hieß es: "Das Verfahren zur Bestimmung der PIN ergibt für eine Karte genau einen PIN-Wert."
Der Verbraucherzentrale NRW liegen hingegen sogar Fälle vor, in denen der PIN-Brief von geschädigten Personen niemals geöffnet wurde. Hartmut Strube von der Verbraucherzentrale NRW folgert daraus: "Das PIN -System ist auf keinen Fall sicher. Dazu sind die Beschwerden zu häufig, dazu treten sie zu regelmäßig auf. Irgendwas funktioniert da technisch nicht und die Kreditwirtschaft verschleiert das bis heute!".