Die großen Stromnetzbetreiber Deutschlands warnen davor, dass die Aktion "Licht aus", die für den Weltklimatag geplant ist, zu einem Stromausfall führen könnte. Das Stromnetz könne zusammenbrechen, wenn zu viele Stromverbraucher zeitgleich das Licht ausschalten.
Klaus Kleinekorte, Geschäftsführer der RWE Transportnetz Strom GmbH sagt dazu: "Wir finden eine symbolische Aktion zum Klimaschutz eigentlich toll. Aber wenn zu viele Menschen mitmachen, drohen ernste Gefahren für das gesamte europäische Stromnetz, in dem Stromerzeugung und Stromverbrauch permanent im Gleichgewicht gehalten werden müssen."
Mehr und mehr Menschen, Unternehmen und Organisationen kündigen an, an der Aktion "Licht aus! Für unser Klima" am 08.12.2007 teilnehmen zu wollen. Am "Weltklimatag" sollen in Deutschland zwischen 20 Uhr und 20.05 Uhr die Lichter ausgehen, um so für mehr Einsatz im Klimaschutz zu plädieren. Die Naturschutz-Organisationen Greenpeace, BUND und World Wildlife Fund (WWF) haben zu dieser Aktion aufgerufen. Unterstützt werden sie dabei von der Zeitung "Bild“, dem Fernsehsender Pro7 und dem Internet-Portal Google.
Hans-Jürgen Haubrich (Leiter des Instituts für Elektrische Anlagen und Energiewirtschaft in Aachen) mahnt, dass im kompletten Stromnetz Europas etwa 3000 Megawatt "Regelenergie" zur Verfügung stehen. Es handelt sich dabei um flexible Klein- und Wasserkraftwerke, mit denen Verbrauchsschwankungen schnell ausgeglichen werden können. Wenn zum Beispiel zehn Millionen Haushalte im Schnitt drei 100-Watt-Glühbirnen ausschalten, ist diese Regelenergie erschöpft. Die mögliche Folge wäre ein Blackout.
Andere Kraftwerktypen brauchen erheblich länger, um abzuschalten und wieder anzufahren, bei einem Kohlekraftwerk werden mehrere Stunden benötigt, um die Stromproduktion auf Null zu drosseln. Bei einem plötzlichen starken der Stromverbrauchsabfall können das die Lieferanten von Regelenergie (etwa Pumpspeicherkraftwerke) nur teilweise wieder ausgleichen.