Der Stromkonzern EnBW lehnt ein Festschreiben der Strompreise ab. "Ich glaube nicht, dass Preise in einem Wettbewerbsmarkt eingefroren werden können", so EnBW-Chef Hans-Peter Villis. Er hält ein derartiges Vorgehen der Branche für wettbewerbshemmend. Zudem würde es die Vorwürfe bestätigen, die größeren Anbieter könnten die Marktpreise beeinflussen. "Entweder hat man einen Wettbewerb und unterstützt ihn oder man fällt zurück in die Zeit vor der Liberalisierung des Marktes" so Villis weiter. Jürgen Großmann, der Vorstandsvorsitzende des Stromgiganten RWE, hatte zum gemeinsamen Nachdenken über neue Strompreismodelle angeregt.
Um das Vertrauen der Kunden in die Branche wieder zu gewinnen, müsse man stärkere Transparenz zeigen, sonst könne die Preisentwicklung nicht immer nachvollzogen werden, so Villis. "In Schweden zum Beispiel gibt es trotz einer ähnlichen Preisentwicklung keine Diskussion über eine mögliche Abzockerei oder einen fehlenden Wettbewerb." Als Grund nannte er die dort übliche "100-prozentige absolute Transparenz der skandinavischen Börse Nordpool". Der 49-jährige Villis hatte als E.ON-Manager unter anderem in Skandinavien gearbeitet, bevor er im Oktober 2007 die EnBW-Führung übernahm.
Vertrauen in den Markt und auch höhere Preise seien möglich, was man am schwedischen Energiemarkt und vor allem dem dortigen Energiehandel sehen könne. In Skandinavien könnten so auch Laufzeiten verlängert und Kapazitäten in der Kernenergie trotz eines Beschlusses zum Ausstieg erweitert werden.