Deutsche Telekom: Streit um Freischaltung neuer DSL-Kunden spitzt sich zu

  1. 14.12.2007 06:47
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Der Konflikt zwischen Marktführer Telekom und ihren Wettbewerbern um die Freischaltung neuer DSL-Kunden spitzt sich zu. Nun will auch der spanische Telekomkonzern Telefónica juristisch gegen die Deutsche Telekom vorgehen, wie es zuvor Arcor getan hat. "Wir werden am Freitag bei der Bundesnetzagentur einen Antrag auf Eröffnung eines Missbrauchverfahrens gegen die Deutsche Telekom einreichen", so der Chef von Telefónica Deutschland, Johannes Pruchnow. Die Wettbewerber kritisieren die unzureichende Bereitstellung von Teilnehmer-Anschlussleitungen (TAL) durch die Telekom.
Konkurrenten mieten die direkten Zugänge zum Endkunden (TAL) bei der Telekom an. Sie werden für die Freischaltung neuer DSL-Anschlüsse benötigt. Die Telekom weist die Vorwürfe zurück und kontert, es würden mehr Anschlüsse zur Verfügung gestellt, als vertraglich vereinbart. Telekom muss vertragsgemäß nur eine bestimmte Zahl von Anschlüssen pro Wettbewerber bearbeiten.

Im rapide anwachsenden Breitbandmarkt reicht diese Kapazität jedoch nicht mehr aus. Jeder zweite DSL-Neuauftrag bleibt daher nach Angaben von Telefónica liegen. Von dem Streit sind auch Kunden von freenet und United Internet betroffen, da die beiden Unternehmen auf das Netz von Telefónica zurückgreifen. Auch wenn die Telekom bereits mehr liefere als sie vertraglich verpflichtet wäre, reiche auch diese Menge nicht aus: "Wir haben hier ein strukturelles Problem", so Pruchnow.

Es wird daher eine Änderung der bisherigen Regelung gefordert, um in der Zukunft im größeren Umfang TAL-Anschlüsse von der Telekom zu erhalten. Die Bundesnetzagentur arbeitet bereits an einer Neuordnung. Bis zum Jahresende können möglicherweise erste Ergebnisse präsentiert werden. Es sei denkbar, bei nicht gerechtfertigten Verzögerungen Vertragsstrafen gegen die Telekom verhängen zu können. Dies gelte auch bei Nichtinanspruchnahme der bestellten Anschlüsse.

Rund 20% der insgesamt 38 Millionen Haushalte sind bislang von der Telekom zur Konkurrenz gewechselt. Die Wechselbereitschaft nimmt mit der zunehmenden Nachfrage nach Breitbandanschlüssen zu. Pro Vierteljahr verliert der Marktführer rund eine halbe Million TAL- Anschlüsse. Marktforschern zufolge wird die Zahl der DSL-Nutzer 2007 um rund 4 Millionen auf 18 Millionen steigen.

Die Telekom ist bestrebt, rund 50% aller neuen Anschlüsse für sich zu gewinnen und damit ihre führende Marktposition zu untermauern. Um dieses Ziel erreichen zu können, hat der Kommunikationsanbieter die Preise für DSL-Anschlüsse erheblich gesenkt.

Mit seiner Mobilfunktochter O2 strebt Telefónica eine Spitzenreiterposition auf dem deutschen Telekommunikationsmarkt an. Um eine bessere Auslastung des eigenen Netzes zu erreichen, stellt der Konzern dieses den Zwischenhändlern freenet, United Internet und HanseNet zur Verfügung. Einen geringen Anteil der Kunden gewinnt Telefónica auch unter dem Namen der Konzernschwester O2.





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