Als weiterer Schritt zur Umsetzung des einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraumes SEPA (Single Euro Payments Area) werden am 28.01.2008 europaweit einheitliche Regeln für Euro-Überweisungen in Kraft treten.
Bei den Volksbanken und Raiffeisenbanken wird die neue "Euro-Überweisung" die bisherige, seit 2003 gültige "EU-Standardüberweisung" ersetzen und kann von Kunden für Überweisungen in Euro sowohl innerhalb Deutschlands als auch in die anderen EU-/EWR-Staaten und in die Schweiz verwendet werden. Während einer Übergangsphase von einigen Jahren kann die "Euro-Überweisung" für den Geldtransfer innerhalb Deutschlands zunächst parallel zu den heutigen Inlandsüberweisungen verwendet werden.
SEPA wird vor allem europaweit operierenden Unternehmen nützlich sein. Dr. Christoph Pleister, Präsident des BVR: "Bisher mussten Firmenkunden ihre Euro-Zahlungen innerhalb der EU über verschiedene Konten abwickeln. Mit den neuen SEPA-Produkten kann zukünftig der gesamte Zahlungsverkehr im europäischen Binnenmarkt über das Konto der Hausbank gesteuert werden". Aber auch Privatkunden profitieren von SEPA: "Dank SEPA spielt es künftig keine Rolle mehr, ob ein Kunde die Miete für seine Ferienwohnung in Deutschland oder auf einer Mittelmeerinsel überweisen möchte," so Pleister.
Bei der "Euro-Überweisung" finden die internationale Bankkontonummer (IBAN) und die internationale Bankleitzahl (BIC) Verwendung. Beide Nummern sind in den eigenen Kontoauszügen angegeben bzw. stehen auf Rechnungen des Vertragspartners.
Auch wenn die neuen SEPA-Produkte zunächst parallel zu den bekannten nationalen Zahlungsverkehrsprodukten angeboten werden, wird mittelfristig SEPA jeden betreffen: Das neue Überweisungsverfahren und später die neue europäische Lastschrift werden auch deutschlandintern genutzt werden. Nach der Einführung der "Euro-Überweisung" ab Januar 2008 werden auch die Lastschriftverfahren allmählich und grenzüberschreitend ab November 2009 europaweit vereinheitlicht. Innerhalb des Binnenmarktes soll es dann bald keinen Unterschied mehr zwischen Inlands- und grenzüberschreitenden Euro-Zahlungen geben. Die neuen europäischen Verfahren sollen die heimischen Verfahren in Zukunft vollständig ersetzen.
Bereits heute erfüllen die bei Volksbanken und Raiffeisenbanken erhältlichen Zahlungskarten, die Debit-Karte "VR-BankCard" sowie die genossenschaftlichen Kreditkarten von MasterCard und VISA die Anforderungen von SEPA: Sie sind mit der zukunftsfähigen EMV-Chip-Technologie zusätzlich zum Magnetstreifen ausgestattet. Ab 19.12.2007 liegt ein Informationsblatt "VR Aktuell: SEPA - Der bargeldlose Zahlungsverkehr im Binnenmarkt wird vereinheitlicht" bei vielen Volksbanken und Raiffeisenbanken aus. Firmenkunden hilft die Broschüre "SEPA: Herausforderung und Chance zugleich".