Immer mehr Gemeinden verkaufen ihre Aktienpakete des Stromversorgers RWE. Besonders im Ruhrgebiet und am Niederrhein sind die Kommunen zur Trennung bereit. Ziel der Verkäufe ist die Verringerung der Schulden sowie die Minderung der hohen Zinsbelastungen.
Bis März nächsten Jahres will der Kreis Unna seine ca. 436 000 Aktien veräußern. Die Stadt Krefeld hat bereits mit dem Verkauf seiner gut 700 000 Aktien über 62 Millionen Euro erzielt. Der Rhein-Erft-Kreis hat sich ebenfalls von seinem Aktienpaket getrennt. Der Kreis Wesel plant, 50% seiner 1,2 Millionen Aktien abgeben. Mönchengladbach will mit dem Verkauf von 1,9 Millionen RWE-Aktien geschätzte 160 Millionen Euro in die Kasse bringen und auch der Kreis Mettmann will mit dem Verkauf der Aktien den Haushalt entlasten.
Im Ruhrgebiet halten große Städte wie Essen, Dortmund und Mülheim wesentliche Pakete des Stromgiganten. Bislang ist eine Trennung von diesen nicht vorgesehen mit der Begründung der Arbeitsplatzsicherung und dem Schutz vor Finanzinvestoren. Die Kommunen halten insgesamt rund 15% des RWE-Grundkapitals.