Im kommenden Jahr müssen sich Verbraucher auf steigende Gaspreise einstellen. Eine Untersuchung hat ergeben, dass die Gaspreise im Januar im Vergleich zum Vorjahr um 3,4% gesunken sind. 250 lokale Gasversorger planen jedoch zum Jahreswechsel eine Anhebung der Gaspreise um durchschnittlich 5,8%. Die steigenden Ölpreise und die Ölpreisbindung werden weiterhin für steigende Preise sorgen.
Die Gaspreise sind im Bundesdurchschnitt in den letzten 12 Monaten um 3,4% billiger geworden. Hat ein Ein-Familien-Musterhaushalt für einen Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden Anfang 2007 noch durchschnittlich 1.355 Euro für den günstigsten Tarif des Lokalversorgers gezahlt, sinkt dieser Preis zum 1. Januar 2008 auf 1.308 Euro.
Wenn man alle Preisänderungen der vergangenen 12 Monate berücksichtigt, fand bei 560 Versorgern eine effektive Gaspreissenkung statt. 126 Gasversorger hoben die Preise an und 52 Versorger haben keine Veränderung vorgenommen.
Da die Ölpreise deutlich angestiegen sind, werden die Gasanbieter jedoch mit Hinweis auf die Ölpreisbindung nachziehen und die Preise merklich steigern. Zum Jahreswechsel erhöhen knapp 250 Gasversorger ihre Preise um durchschnittlich 5,8% oder 74 Euro.
Momentan findet man die günstigsten Gaspreise bei den niedersächsischen Stadtwerken Stade. Der Musterhaushalt zahlt im Sondertarif "StadeErdgas" künftig 1.077 Euro pro Jahr. Im sächsischen Weißwasser hingegen ist das Gas um 60% teurer. Hier zahlen Gasverbraucher in der Grundversorgung 1.734 Euro.
Experten raten Verbrauchern zu einem Gaspreisvergleich, denn nur so können Haushalte prüfen, ob es günstigere Angebote beim lokalen Versorger gibt oder ob sich gar ein Anbieterwechsel lohnt. Einsparpotentiale zwischen 100 und 500 Euro sind dabei möglich. Der Wechsel des Gasanbieters ist einfach und risikofrei ist. Verbraucher sollten über diese Möglichkeit intensiv nachdenken und dabei Preisgarantien nutzen, um so langfristig zu sparen.
Für die Analyse wurden die Angebote von 740 örtlichen Gasversorgern herangezogen. Dabei wurden die jeweils günstigsten veröffentlichten Tarife der lokalen Gasversorger berücksichtigt. Andere Umfragehergänge würden das Bild verfälschen. Ein weiterer veröffentlichter Gaspreisvergleich wirft beispielsweise den Stadtwerken Stade die höchste Gaspreiserhöhung vor. Jedoch trifft die Erhöhung "von bis zu 40 Prozent" bei näherem Hinsehen nur bei einem unrealistischen Kleinstverbrauch in der Grundversorgung zu (zwischen 1.100 und 2.700 kWh – abhängig von der Heizleistung). Da in den meisten Haushalten Gas nicht nur zum Kochen, sondern auch zum zum Heizen oder zur Warmwasserbereitung genutzt wird, wird so das Bild verfälscht. Berücksichtigt man alle verfügbaren Angebote und die vom Bundeskartellamt empfohlenen Verbrauchswerte für Einfamilienhäuser (20.000 kWh/a), steht Stade gleich in einem viel besseren Licht.