Strom-Manager Villis: Gleichzeitiger Ausstieg aus Atom und Kohle gefährlich

  1. 21.12.2007 12:05
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EnBW-Chef Hans-Peter Villis befürchtet, dass bei einem parallelen Ausstieg aus Kohle und Atomkraft die Stromversorgung in Deutschland gefährdet sein wird: "Ein doppelter Ausstieg ist netztechnisch absolut unmöglich." Würden im Zuge des Atomausstiegs große Stromkraftwerke nicht ersetzt, wäre die Versorgungssicherheit in Deutschland bedroht. Villis ist seit Oktober an der Spitze der Energie Baden-Württemberg (EnBW), die zu den vier größten Stromversorgern in Deutschland gehört.

Villis kündigte an, bei der Genehmigung neuer Steinkohlekraftwerke zur Stromerzeugung in die "Offensive" zu gehen. "Wir haben mittlerweile die Situation, dass sowohl die Kernenergie als auch die fossilen Energieträger bei Teilen der Bevölkerung verpönt sind." Doch nach Aussagen des Strom-Managers gebe es keine ernsthafte Alternative: "Wir werden es nicht schaffen bis zum Jahr 2020/21 - wenn alle Kernenergiekapazitäten auslaufen - genügend Ersatz allein durch erneuerbare Energien zu schaffen. Es wird schon schwierig, das mit fossil befeuerten Kraftwerken zu tun."

Zugleich forderte der Chef des Stromgiganten eine neutrale Stelle, die das Einspeisen von alternativem Strom ins Stromnetz steuert. Der oft unvorhersehbare Strom aus Wind oder Sonne habe "einen negativen Einfluss auf die Kalkulierbarkeit des Stromnetzes". Um die Netze stabil, also Erzeugung und Verbrauch im Gleichgewicht zu halten, müsste man in der Lage sein, Kraftwerke mit Spitzenlast flexibel hoch- oder auch herunterfahren zu können. In zwei bis drei Jahren werde sich diese Situation durch noch mehr Windkraftanlagen und Einspeisungen dezentraler Solaranlagen noch "dramatisch verschlechtern".





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