Nach Angaben von Ölkonzern BP muss sich die Branche auf weniger gute Zeiten einstellen. Die Gewinne der internationalen Konzerne werden trotz des hohen Rohölpreises 2008 magerer ausfallen als 2007, so BP-Chefvolkswirt Christof Rühl: "Unser Problem ist, dass die Kosten explodieren." Einerseits profitierten die Ölkonzerne als Verkäufer von Öl von einem hohen Preis für Rohöl. Auf der anderen Seite drosseln die drastisch gestiegenen Kosten die Gewinnmargen.
Der Ölbranche drohe gleichzeitig, den Wettlauf um die verbliebenen globalen Ressourcen zu verlieren. Besonders China, das keine eigenen Ressourcen hat, kauft weltweit Rohölvorkommen in Entwicklungsländern zu Höchstpreisen. "Wir können nicht irgendwo hingehen und sagen, wir bauen eine Eisenbahn, wenn wir dafür euer Öl fördern können." Staatskonzerne wie Saudi Aramco seien nicht interessiert, private Ölunternehmen an der Förderung ihrer Ölvorkommen zu beteiligen. "Im gegenwärtigen Umfeld ist es daher schwierig, die Produktion durch neue Reserven zu ersetzen", so Christof Rühl. Zumal gäbe es leicht zu erschließende Ölvorkommen, wie sie im Nahen Osten liegen, woanders nicht mehr.
Rühl prognostiziert, dass der Ölpreis in nächster Zeit kaum fallen werde: "In den nächsten drei Jahren wird das Niveau relativ hoch bleiben. Wenn die Situation so angespannt bleibt, kann man nicht ausschließen, dass der Ölpreis über 100 Dollar je Barrel steigt." Der Ölpreis hatte Mitte November mit mehr als 98 Dollar pro Barrel seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht, ist seitdem aber wieder gesunken.