Angestellte: Mehr Nettolohn in der Tasche

  1. 02.01.2008 15:06
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Die meisten Arbeitnehmer dürften ab diesem Jahr einen höheren Nettobetrag rausbekommen. Grund dafür: Der Beitragssatz der Arbeitslosenversicherung sinkt von 4,2 auf 3,3%, was Beschäftigten wie auch Arbeitgebern mehr Geld in der Kasse bringt. Die Entlastung dürfte zum 1. Juli 2008 jedoch wieder abnehmen, da die Bundesregierung plant, die Pflegebeiträge von 1,7 auf 1,95% (für Kinderlose von 1,95 auf 2,2) zu erhöhen.

Der Bund der Steuerzahler (BdSt) hat errechnet, dass die meisten Beschäftigten im nächsten Jahr etwa 100 bis 200 Euro mehr Lohn in der Tasche haben werden. "Es gewinnen zunächst alle ein wenig dazu, durch die Bank", so BdSt-Bundesgeschäftsführer Reiner Holznagel. Vermutlich sei der Mehrverdienst jedoch aufgrund der Preissteigerungen bei Lebensmitteln und im Energiebereich schnell wieder dahin.

Die Verbraucherpreise stiegen im November 2007 im Vergleich zum Vorjahr um 3,1%, der höchste Anstieg seit 14 Jahren. Viele Volkswirte gehen jedoch davon aus, dass die Inflation im nächsten Jahr wohl nur etwa 2% betragen werde.

Wenn in 2008 nun auch noch die Krankenversicherungsbeiträge flächendeckend erhöht werden, bleibe vom Plus nichts mehr übrig, so Damian Fichte, Experte für Sozialpolitik beim Karl-Bräuer-Institut, der wissenschaftlichen Abteilung des BdSt. Bei einem monatlichen Bruttoeinkommen von 2500 Euro steigen die monatlichen Nettobezüge um 11,25 Euro. Unter Berücksichtigung höherer Pflegebeiträge ergibt das ein Jahresplus von 116,25 Euro. Bei einem monatlichen Bruttoverdienst von 3000 Euro bleiben unterm Strich 139,50 Euro mehr übrig. Beträgt das Bruttoeinkommen 4000 Euro, bleiben 189 EUR zusätzlich.

Einer repräsentativen Umfrage zufolge sind allerdings rund vier Fünftel der Deutschen der Meinung, dass der Boom an ihnen vorbeigehe. Die Einschätzung unterscheidet sich dabei stark nach dem persönlichen Einkommen: Bei Geringverdienern mit Haushaltseinkommen von 1500 Euro netto gaben lediglich 6% an, am Aufschwung teilzuhaben. Standen mehr als 3000 Euro zur Verfügung, waren es dagegen 28%.

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