Energiepreise explodieren- Handlungsbedarf fuer Politik

  1. 10.01.2008 07:59
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Strom- oder Gaspreise, einer Erhöhungen jagt die nächste. Nach dem Rekordhoch von 100 US-Dollar pro Barrel Rohöl werden Befürchtungen über weiter steigende Benzin- und Heizölnotierungen geäußert. Energie- und Wirtschafts-Experten erwarten für das gesamte Jahr einen Durchschnitt von 80 bis 90 Euro.

Energieexperten prophezeien, dass der Ölpreis im Jahresverlauf stark schwanken wird. Die zurückliegenden Jahre hätten gezeigt, dass die Preisbasis am Weltmarkt für Rohöl jährlich in starken Schritten ansteige, und diese Entwicklung werde weiter gehen. Die Politik werde zu weiteren Maßnahmen zur Entlastung der Verbraucher und Autofahrer herausgefordert. Der Chefvolkswirt des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) erläutert hierzu: "Jeder zusätzliche Euro, den der Konsument an der Zapfsäule oder für eine warme Wohnung lässt, fehlt ihm am restlichen privaten Konsum."

Die höheren Energiekosten stellen ein Problem für die gesamte Volkswirtschaft dar, da die Kaufkraft von Verbrauchern und Wirtschaft nachhaltig beeinträchtigt werde. Die Höhe des Zuwachses des Bruttoinlandsprodukts bleibt abzuwarten. Doch nicht nur die steigenden Energiekosten stellen Risiken für die deutsche Konjunktur dar, auch die von den USA ausgehende Immobilien- und Finanzmarktkrise sowie der starken Euro im Verhältnis zum Dollar machen der Wirtschaft zu schaffen. Auch die Preise für anderen wichtige Rohstoffe, wie z. B. Stahl, sind im letzen Jahr stark gestiegen.

Holger Krawinkel, der Energieexperte des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen (vzbv), betonte, dass es den Verbrauchern egal sei, ob 20 Prozent des Ölpreises auf Spekulationen zurückzuführen seien: "Bezahlt werden müssen sie, wenn die Nachfrage wie beim Heizöl oder Benzin anfällt."

Einige der gesetzlichen Maßnahmen zum Klimaschutz könnten hier grundsätzlich Entlastungen bringen. Als Beispiel nannte er beim Heizöl die Anhebung der Standards für Niedrig-Energiehäuser. Aufgrund der EU-Strategie der Verringerung des Kohlendioxid-Ausstoßes von 2012 an werden künftig Fahrzeuge weniger Sprit verbrauchen, jedoch viele Autos wegen der Technik um einiges teurer sein. Um Haushalte zu entlasten, sollen hier verstärkt auf Bus und Bahn umgestiegen werden, was jedoch nicht jedem Autofahrer gefallen wird. Viel besser ist hier der Vorschlag des Bundes der Steuerzahler, die Pendlerpauschale für den Arbeitsweg wieder zu erhöhen.

Ein Großteil der Klimaschutz-Vorhaben der Bundesregierung, einschließlich dem Ausbau erneuerbarer Energien und Einsparförderungen, sind parallel auf das Einsparen von Öl- und Gas-Importen ausgerichtet. Um bei Strom und Wärme sparen zu können, sind oft vorab Investitionsausgaben notwendig. Gemäß Einschätzungen des Verbraucherverbands steigen die Energiepreise für 2008 Jahr insgesamt um mindestens 10 Prozent.

Die Gaspreise folgten in diesem Jahr der 30- bis 40%igen Steigerung der Heizölnotierungen aus 2007. Im Sektor Strom wird nach einem durchschnittlichen Anstieg von etwa 8% in 2007 mit einer Beruhigungsphase gerechnet. Doch hierzu müsse im Frühjahr die eigentumsrechtliche Entflechtung von Netz und Strom-Produktion zu Gunsten von mehr Wettbewerb bei den Stromkonzernen durchgesetzt werden.





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