Die Auswertung der Netzzustands- und Netzausbauberichte der Übertragungsnetzbetreiber zeigt einen erheblichen Investitionsbedarf an. Die Berichte wurden der Bundesnetzagentur erstmals vorgelegt. Hauptgrund für den Investitionsbedarf ist die Netzauslastung aufgrund der zunehmenden Windenergieerzeugung sowie der Anstieg der Stromtransite.
Es sind zwar von Seiten der Übertragungsnetzbetreiber zahlreiche Ausbaumaßnahmen geplant, jedoch entstehen beim Ausbau der Netze aufgrund der Dauer der Genehmigungsverfahren nicht vorhersehbare Verspätungen. Daher können viele wichtige Projekte, die teilweise auch Bestandteil des Priority Interconnection Plan der EU-Kommission sind, nur verzögert realisiert werden.
Dies wird durch die vorgelegten Quartalsberichte der Übertragungsnetzbetreiber, die über den Fortgang der bis 2010 vorgesehenen Ausbaumaßnahmen informieren, bestätigt. "Durch diese Verzögerungen", so der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, "sind in einigen Regionen Deutschlands mittelfristig Engpässe im Stromnetz nicht auszuschließen. Innerdeutsche Engpässe könnten den deutschen Stromgroßhandelsmarkt erheblich beeinträchtigen - mit unabsehbaren Folgen für die Preisentwicklung insgesamt. Wer mehr Wettbewerb im Strommarkt will, muss den dringend erforderlichen Ausbau der Netze fördern und beschleunigen."
"Die Beschleunigung der Genehmigungsverfahren und damit
die Sicherstellung des Ausbaus eines effizienten Strommarkts ist eine der wesentlichen Aufgaben zur langfristigen Gewährleistung der Versorgungssicherheit, die auch politische Unterstützung erfordert. Wir werden weiterhin die Umsetzung der einzelnen Ausbauvorhaben überwachen und begleiten sowie den Dialog mit den jeweiligen Planungsbehörden suchen, wenn im konkreten Fall die Dauer der Genehmigungsverfahren den bedarfsgerechten Netzausbau unangemessen verzögern sollte", sagte Kurth weiter.
Die Veröffentlichung des Entwicklungsstands der Ausbauprojekte in einer Regelzone durch die Übertragungsnetzbetreiber wird von der Bundesnetzagentur begrüßt: Zum einen stellt dies die Information des deutschen Markts sicher, zum anderen trägt es zur Transparenz des Stands der europäischen Netzausbauplanung bei.
Die Auswertungen können auf der Internetseite der Bundesnetzagentur nachgelesen werden, sie stehen als Download bereit.