Siemens und E.ON Energie werden in Kooperation eine kostengünstige und effiziente Methode zur CO2-Abscheidung entwickeln. Mit einem neuen Lösungsmittel, dessen besondere Eigenschaften die Grundlage für ein neues Verfahren zur CO2-Abtrennung aus dem Abgas von Kraftwerken darstellt, soll dies bewerkstelligt werden. Bis 2010 soll eine Pilotanlage an einem deutschen E.ON-Kraftwerksstandort in Betrieb genommen werden.
E.ON als weltweit führender Energieversorger bringt Erfahrung in Planung und Führung mit in die Zusammenarbeit, Siemens hat die entsprechende Kenntnis in Sachen Engineering und chemischer Prozessentwicklung. Zusammen sind also hervorragende Voraussetzungen für eine erfolgreiche Kooperation gegeben.
Der Klimawandel ist einer der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Aufgrund der steigenden Strom-Nachfrage wird auch in Zukunft der Einsatz von fossilen Brennstoffen wie Kohle und Erdgas erforderlich sein. Knapp ein Viertel der weltweiten CO2-Ausscheidungen fallen auf die Produktion von Strom zurück, diese sollen nun dringend gesenkt werden. Hierzu soll eine breite Palette von Techniken zum Einsatz kommen: Die Effizienz der Kraftwerke soll gesteigert, Abscheidung und Lagerung von Kohlendioxid effektiver erfolgen.
Neben der Abtrennung von CO2 nach der Verbrennung aus dem Rauchgas (Post-Combustion Capture)“ sollen auch umweltverträgliche CO2-Waschmittel entwickelt werden. Ein hoher Kraftwerkswirkungsgrad soll erhalten und negative Einflüsse auf die Umwelt z. B. durch Waschmittelemission sollen vermieden werden.
„Dies ist exakt die Strategie, die der E.ON Konzern im Rahmen seiner Technologieinitiative innovate.on verfolgt“, so ein Sprecher des Stromgiganten. „Neben der mittelfristigen Entwicklung überlegener Technologien zählt für E.ON jetzt vor allem die schnelle Überführung von Post-Combustion Capture Verfahren in die kraftwerkstechnische Praxis. Das ist der nächste erforderliche Schritt auf dem Weg zum großtechnischen Einsatz von CCS in der Energiewirtschaft.“
Das neue Verfahren wird nicht nur für neue Kraftwerke, sondern auch für die Nachrüstung in Bestandsanlagen geeignet sein, so dass sich weltweit erhebliche Anwendungspotenziale eröffnen.
Dieses Entwicklungsvorhaben gilt als herausragendes Beispiel für den starken Technologie-Standort Deutschland. Mit Siemens, einem weltweit führenden Kraftwerkshersteller und dem größten privaten Energiedienstleister E.ON haben sich perfekte Partner für eine erfolgreiche Kooperation gefunden. Im Rahmen der COORETEC-Initiative wird das Vorhaben vom Bundesministerium für Wirtschaft gefördert.