Die Energiepreise sind in der Zeitspanne zwischen 2000 und 2006 enorm gestiegen. Bei Strom lag der Anstieg bei 26%, Gaspreise sind um 60% gestiegen. Besonders einkommensschwache Haushalte werden dadurch immer öfter in finanzielle Notlagen gebracht. SPD-Bundestagsabgeordneter und Mitglied der Arbeitsgruppe Energie Reinhard Schultz fordert die Bundesregierung auf, in Verhandlungen mit der Energiewirtschaft zu treten. Es soll möglichst schnell ein möglicherweise sogar bundesweit einheitlicher Sozialtarif entwickelt werden.
Schulz bezeichnet die stetig steigenden
Energiepreise für sozial benachteiligte Haushalte als starke Belastung. Man könne nicht zusehen, wie jährlich hunderttausende Stromverbraucher von der Versorgung abgeschnitten werden, weil sie nicht mehr in der Lage sind, ihre Rechnungen zu bezahlen.
Mit einem Sozialtarif könnten solche Haushalte nun entlastet werden: Alle finanziell schwachen Haushalte sollen zu einem günstigen Grundpreis mit einem begrenzten Kontingent an Kilowattstunden Strom und Gas versorgt werden. So können bedürftige Verbraucher deutlich entlastet werden. Weiterhin gibt dieses Modell den Anreiz zum Stromsparen, da jede Kilowattstunde, die über die Grundversorgung hinausgeht, teurer abgerechnet wird. Ein solches Sozialtarifmodell sei unbürokratisch und leicht umsetzbar.
Die Arbeitsgruppe regt weiterhin an, über Modelle nachzudenken, mit denen eine Sperrung der Strom- oder Gasversorgung künftig komplett vermieden werden kann. Diese Initiative wird auch den Vorgaben der EU-Kommission Rechnung tragen und die Rechte schutzbedürftiger Kunden bezüglich einer Grundversorgung mit Strom gewährleisten.