Die EU-Kommission legt mit dem Richtlinienentwurf ein Konzept vor das erklärt, wie der Strom-Anteil erneuerbarer Energien in Höhe von 20% bis zum Jahr 2020 in Europa erreicht werden kann. Hierzu ist jedes Mitglied angehalten, bis 2010 einen Aktionsplan auszuarbeiten. Gerhard Stryi-Hipp, Geschäftsführer des Bundesverbands für Solarwirtschaft (BSW Solar): "Der Bundesverband Solarwirtschaft geht davon aus, dass die Richtlinie der Entwicklung der Erneuerbaren Energien im Allgemeinen und der Solartechnik im Speziellen großen Rückenwind verleihen wird."
Auch wenn Strom aus Photovoltaik die höchste Kostensenkung aufweise sei es noch vergleichsweise teuer. Daher sei ein spezielles Fördersystem notwendig, wie es bisher in Frankreich, Italien, Spanien und auch Deutschland etabliert wurde. Stryi-Hipp weiter: "Mit dem Richtlinienentwurf können die Länder, die bislang schon sehr erfolgreich auf die Entwicklung der Photovoltaik setzen, ihre Förderkonzepte fortsetzen und andere werden folgen." So werde Ökostrom aus Solarenergie in vielen Ländern Europas in den kommenden 10 Jahren günstiger als konventioneller Strom.
Die EU-Kommission nahm Befürchtungen der Erneuerbare Energien-Verbände ernst, dass durch die Einführung so genannter Herkunftsnachweise und deren Handel die nach Technologien differenzierte Unterstützung ausgehöhlt wird. In der Richtlinie wird daher der Handel stark eingeschränkt, wofür sich auch das Bundesumweltministerium ausgesprochen hatte. Die hohe Fördereffizienz der Vergütungssysteme des EEG wurde auch durch das aktuelle Dokument "The support of electricity from renewable energy sources" der EU-Kommission bestätigt, welches zeitgleich zur EU-Richtlinie veröffentlicht wurde.
Der Richtlinienentwurf sieht im Bereich Wärme aus Ökoquellen eine Nutzungspflicht in Neubauten und bei Renovierungen vor. Der Entwurf geht damit noch über den Gesetzesentwurf zur Wärme aus Erneuerbaren Energien hinaus. Die Nutzung der Solarwärme wird gemäß dem BSW-Solar in den kommenden Jahren einen starken Auftrieb erleben, wovon auch die deutschen Unternehmen profitieren werden, die auf diesem Feld europaweit Technologieführer sind.