Noch nie gab es in Deutschland so viele Auslandsbanken wie heute. Der seit 2005 anhaltend stabile Aufwärtstrend hat sich im Jahr 2007 mit einem Sprung von 176 auf 205 Einheiten sogar noch einmal verstärkt.
Bei den Finanzdienstleistungsinstituten ist die Situation ähnlich, hier ist die Zahl gegenüber dem Vorjahr von 121 auf 133 gestiegen. Das ist eine sehr erfreuliche Entwicklung für den Finanzplatz Deutschland, die für seine hohe Attraktivität spricht.
Das Deutschlandgeschäft vieler Auslandsbanken und Finanzdienstleister ist 2007 gut verlaufen. Geschäftsvolumen und Mitarbeiterzahl sind gestiegen. An den führenden Marktpositionen lässt sich ggut erkennen, in welchem Maße Auslandsbanken in Deutschland inzwischen etabliert sind. Der Verband der Auslandsbanken in Deutschland e. V. (VAB) steht inzwischen mit 171 Mitgliedern und einem Nettowachstum an Mitgliedern von über 70% in den letzten 5 Jahren so gut da wie nie zuvor.
Achim Klüber, Vorsitzender des Vorstands des Verbandes der Auslandsbanken in Deutschland e.V. und Country Head Germany, Austria, Switzerland der Royal Bank of Scotland, lobte die regulatorischen und steuerlichen Rahmenbedingungen am Standort Deutschland in höchsten Tönen. Er bezeichnete sie als "attraktiv wie schon lange nicht mehr".
Die Rahmenbedingungen tragen wesentlich zur positiven Sicht der Ausländer auf den deutschen Finanzplatz bei. Besonders der einfache Marktzugang, der Reformwillen der Bundesregierung und die pragmatische Finanzaufsicht hebt Klüber hervor. Der Gesetzgeber hat es mit der Unternehmenssteuerreform 2008 geschafft, das steuerliche Umfeld in Deutschland wieder attraktiv und auch mittelfristig planbar zu machen.
Gute Standortbedingungen müssen erhalten und weiter entwickelt werden. Begonnene Reformen müssen trotz Finanzmarktkrise engagiert fortgesetzt werden, damit die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes langfristig gesichert werden kann.
Klüber sieht weiteren Reformbedarf, vor allem bei der Ansiedlung junger zukunftsträchtiger Industrien, welche im Wettbewerb mit Konkurrenzstandorten besser gefördert werden müssen. Er bezeichnete es als bedauerlich, dass eine relativ kleine Gruppe im Parlament dies regelmäßig erfolgreich verhindere, wie zuletzt die Beispiele Hedgefonds, REITs und Private Equity Fonds gezeigt hätten.
Weiterhin mahnt er den fehlenden Bürokratieabbau. Es sei noch viel zu tun, um Unternehmen in Deutschland das Leben einfacher zu machen. Als Beispiel nannte Klüber die zahlreichen Melde- und Berichtspflichten, die Banken in ihrem täglichen Geschäft träfen.