Im Kampf gegen Altersarmut: Garantierente nach schwedischem Vorbild

  1. 03.04.2008 07:22
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In einem in der Fachzeitschrift "Deutsche Rentenversicherung" erschienenen Beitrag des Frankfurter Wirtschaftswissenschaftlers Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn plädiert dieser für die Einführung einer Garantierente für alle alten Menschen. Er schlägt eine umfassende Rentenreform nach schwedischem Vorbild vor, um so die Finanzierung der Rente nachhaltig auf drei stabile und aufeinander abgestimmte Säulen zu stellen: die gesetzliche Rente, eine verpflichtende private Altersvorsorge und die steuerfinanzierte Garantierente.

Das Modell einer Garantierente im Alter soll mit einem Grundeinkommen für Personen im erwerbsfähigen Alter verbunden werden. Insbesondere bei den Grünen und der CDU, aber auch bei der FDP und der Linken wird dies als Alternative zu Hartz IV ernsthaft diskutiert. Strengmann-Kuhn hat über die Konrad-Adenauer-Stiftung ein Gutachten zu diesem Thema angefertigt

Strengmann-Kuhn hat sich seit Beginn seiner wissenschaftlichen Laufbahn intensiv mit allen Facetten von Armut beschäftigt. Von 1996 bis 2000 war er als Assistent bei dem bundesweit anerkannten Frankfurter Experten Prof. Richard Hauser tätig. Er untersucht in seinem Aufsatz in der Fachzeitschrift "Deutsche Rentenversicherung" die empirische Entwicklung von Altersarmut und diskutiert mögliche Reformoptionen.

Von Mitte der 1970er Jahre bis Mitte der 1990er Jahre ist das Armutsrisiko im Alter stark gesunken und seitdem in etwa konstant geblieben. Jedoch haben immer noch 1,5 bis 2 Millionen alte Menschen ein Einkommen unter der von der EU definierten Armutsgrenze. Strengmann-Kuhn prognostiziert für die Zukunft wieder eine steigende Altersarmut.

"Aufgrund der Rentenreformen und der Zunahme von unsteten Erwerbs- und Versicherungsverläufen wird in Zukunft auch die Kombination aus gesetzlicher Rente und ergänzender kapitalgedeckter Säule nicht ausreichen, um eine stabile Grundsicherung zu garantieren", so ein Auszug aus dem Artikel. In jedem Fall erhöhe sich die Unsicherheit einer ausreichenden Absicherung im Alter. Strengmann-Kuhn favorisiert eine umfassende Rentenreform nach schwedischem Vorbild: "Bei Personen mit geringen Ansprüchen aus der gesetzlichen und der kapitalgedeckten Rente werden diese automatisch und ohne Bedürftigkeitsprüfung durch die Garantierente aufgestockt, wobei die eigenen Ansprüche nur zum Teil auf die Garantierente angerechnet werden. Durch eine Reform der Alterssicherung wird die Transparenz und Akzeptanz der Altersvorsorgesysteme erhöht. Entscheidend ist, dass durch die Garantierente Altersarmut vermieden wird."

Die Garantierente würde von der Rentenversicherung zusammen mit der Rente ausgezahlt werden. Wird dadurch das Grundeinkommen nicht erreichen, legen die Finanzämter den Rest drauf. Mehrausgaben sind dabei unumgänglich, können jedoch mit der Streichung von Steuerfreibeträgen finanziert werden. "Derartige Verteilungswirkungen ohne negative ökonomische Folgen hat keine andere sozialpolitische Maßnahme", so Strengmann-Kuhn.





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