Bund der Versicherten: Vor Rabattmarken-Rente wird abgeraten

  1. 04.04.2008 11:08
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Die Lebensversicherer ARAG, Rheinland und Ontos haben sich eine Art Rabattmarken-Rente einfallen lassen. Die Idee ist recht einfach: Eine fondsgebundene Rentenversicherung, in die monatlich mindestens 19,90 Euro eingezahlt werden muss, wird mit einem Punktesammelsystem gepaart, ähnlich wie wir es von Tankstellen kennen.
Die Vorstandsvorsitzende des Bundes der Versicherten (BdV), Lilo Blunck kritisiert diese Strategie: "Da sollen also volle Einkaufstüten zu einer höheren Rente führen. Gewinner sind am Ende nur beteiligte Firmen, weil Versicherungsnehmer massiv zu mehr Konsum angestiftet werden. Jeder Wurstkauf, jedes Telefonat, jede Urlaubsreise und jeder Blumenkauf bei einem Shopping-Partner soll dieses Rentenkonto um einen gewissen Prozentsatz der Kaufsumme auffüllen. Prinzip: Kauf dir eine höhere Rente zusammen."

Der BdV kritisiert, dass dieses Instrument niedere Instinkte weckt nach dem Motto: "Je mehr ich kaufe, desto mehr tu ich für meine Rente". Die geistigen Väter der Rabattmarken-Rente begründen dies mit dem Hinweis, die Deutschen wollten für ihre Altersvorsorge nicht auf Konsum verzichten.

Lilo Blunck prognostiziert, dass die im Unternehmensrating bisher allenfalls als unterdurchschnittlich bewerteten Anbieter ARAG und Rheinland mit der gemeinsam mit Ontos offerierte Rente einem Vergleich mit anderen Geldanlagemöglichkeiten zur Altersvorsorge nicht lange standhalten dürfte: "Ganz besonders vermissen wir die auf diesem Gebiet unerlässliche Beratung."

Der BdV nimmt weiter hin mit Erstaunen zur Kenntnis, dass alle drei Versicherer sich nicht sehr redselig zeigen. Auch auf der eigens eingerichteten Website sind nicht viele Fakten zu finden. Lilo Blunck: "Im Normalfall handelt es sich hier um eine langfristige Bindung. Und die sollte niemand eingehen, solange ihm die andere Seite nicht die nötigen Daten an die Hand gibt. Eine ernsthafte Prüfung des Angebotes lässt sich mit den bisher veröffentlichten Informationen seriös für den Verbraucher nicht durchführen."

Der BdV empfiehlt als sinnvollere Variante, eine bestimmte Summe direkt in einen Fonds einzuzahlen. Denn auf diese Weise wird mehr von diesem Geld gespart. Fondsgebundenen Rentenversicherungen verlangen teils hohe Abschlusskosten und sind somit eine teure Anlageform. Lilo Blunck: "Von Angeboten wie der Shopping-Rente raten wir dringend ab."





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