Klaus-Peter Müller, Vorstandssprecher der Commerzbank, will die Dividende von 75 Cent auf 1 Euro pro Aktie steigern. Als Hintergrund wird die gute Entwicklung im Vorjahr genannt. Der Chef der zweitgrößten Bank Deutschlands wird ebenfalls auf der Aktionärsversammlung für diverse Ermächtigungen zu möglichen Kapitalmaßnahmen werben. Nach Ablauf der Hauptversammlung wird Martin Blessing (44), wie bereits im November letzten Jahres bekannt gegeben, neuer Sprecher des Vorstands der Commerzbank.
Klaus-Peter Müller fasst die Entwicklung der Commerzbank im vergangenen Geschäftsjahr zusammen: "2007 war für die internationalen Banken ein Jahr der Extreme mit zwei völlig unterschiedlichen Hälften: Einem exzellenten ersten Halbjahr folgte eine weite Marktbereiche erfassende Finanzkrise. Doch wir sind dank unseres ausgewogenen Geschäftsmodells und unserer konservativen Anlagepolitik gut durch die Krise gekommen. Die Ziele, die wir uns gesetzt haben, haben wir erfüllt beziehungsweise übererfüllt!" Die Commerzbank hat 2007 mit einem Konzernüberschuss von 1,92 Milliarden Euro eine neue Rekordmarke aufgestellt.
Müller sieht das Finanzunternehmen für die Zukunft gut gerüstet: "Die Commerzbank steht auf einem festen Fundament und sieht den Herausforderungen eines anspruchsvollen Bankenjahres mit Zuversicht entgegen.". Im ersten Quartal 2008 hatte der Finanzdienstleister trotz schwierigem Umfeld ein zufriedenstellendes Ergebnis vorgelegt und einen Konzernüberschuss von 280 Millionen Euro erwirtschaftet.
Auf der Hauptversammlung der Commerzbank sollen Ermächtigungen für Kapitalmaßnahmen beschlossen werden, um die unternehmerische Flexibilität auch zukünftig zu erhalten. Die Kapitalausstattung der Commerzbank ist gemäß Müller zwar derzeit komfortabel und mit Kapitalquoten von 7,5% (Kernkapitalquote) und 11,5% (Eigenmittelquote) sei das organische Wachstum gesichert: "Um aber bei Transaktionen im Zuge einer möglichen Konsolidierung der deutschen Bankenlandschaft Chancen für unsere Aktionäre nutzen zu können, benötigen wir erweiterte Kapitaloptionen," so Müller weiter. Der Vorstand wolle daher in den kommenden fünf Jahren die Möglichkeit haben, mit Hilfe der Ausgabe neuer Aktien (genehmigtes Kapital) sowie von Wandel- und Optionsschuldverschreibungen oder Genussrechten (bedingtes Kapital) das Kapital zu jeder Zeit bei Bedarf erhöhen zu können.