Klimafreundlicherer Strommix dank Ökostrom

  1. 23.05.2008 12:09
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Der Kohlendioxid-Emissionsfaktor gibt die direkten CO2-Emissionen je kWh Strom an und ist somit ein Indikator für Klimaverträglichkeit. Maßgebliche Faktoren sind die Anteile erneuerbarer Energien und fossiler Brennstoffe. Je geringer der Anteil fossiler Energieträger wie Kohle, und je höher der Anteil von Ökostrom aus erneuerbaren Energien ist, desto geringer ist auch der CO2-Ausstoß pro kWh Strom. Auch wenn der sinkende Anteil von Kernenergie am Strommix zu einem verstärkten Einsatz fossiler Brennstoffe führte, konnte dies durch den überproportional gestiegenen Anteil der erneuerbaren Energieträger kompensiert werden.

Der spezifische Emissionsfaktor wird auch durch den durchschnittlichen Wirkungsgrad konventioneller Kraftwerke beeinflusst. Je höher und effizienter der Wirkungsgrad, desto geringer die Menge kohlenstoffhaltiger Brennstoffe. Im Emissionsfaktor werden auch die Leitungs- und Übertragungsverluste von etwa elf% berücksichtigt. Im Klartext heißt das, dass für jede kWh, die aus der Steckdose entnommen wird, 1,1 kWh Strom erzeugt werden müssen.

In den Jahren 1990 bis 2006 sank der spezifische Emissionsfaktor für den deutschen Strommix von 727 Gramm auf 596 Gramm pro kWh, was eine Reduzierung der Kohlendioxidemissionen um 18% pro kWh Strom bedeutet.

Vor allem Effizienzsteigerungen des Kraftwerkparks führte in den 90er Jahre zur Senkung des Emissionsfaktors. Es wurden neuere und effizientere Stromkraftwerke gebaut, ineffiziente und veraltete Kraftwerke wurden stillgelegt oder erneuert. Ab 2003 ist der steigende Anteil erneuerbarer Energien für eine weitere Senkung verantwortlich. Der positive Effekt wurde jedoch durch den Bau und die Inbetriebnahme neuer fossiler Kraftwerke in den Jahren 1999 bis 2001 überlagert, was den großen Einfluss der Kohleverstromung auf den Emissionsfaktor zeigt. Selbst moderne Braunkohlekraftwerke emittieren bei der Erzeugung einer Kilowattstunde Strom fast dreimal soviel Kohlendioxid wie ein modernes Gaskraftwerk.

Auch wenn die spezifischen Emissionen kontinuierlich sinken, gingen die absoluten Kohlendioxid-Emissionen aus der Stromerzeugung seit 1990 nur wenig zurück, was vor allem am zunehmenden Stromverbrauch liegt.

Um zu einer massiven Verringerung der CO2-Emissionen aus der Stromerzeugung zu gelangen, ist die Entwicklung einer hocheffizienten Stromnutzung voranzutreiben. Der Anteil der erneuerbaren Energien muss gleichzeitig steigen und die Effizienz der Stromerzeugung weiter erhöhen - zum Beispiel durch den Ausbau von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen.

Weitere Infos:
http://www.umweltbundesamt.de/energie/archiv/co2-strommix.pdf
http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/3195.pdf





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