Stromgigant E.ON plant, 20% der Erzeugerkapazität sowie sein Höchstspannungsnetz an einen Betreiber verkaufen, dessen Wirkungskreis nicht im Bereich der Stromerzeugung oder Versorgung angesiedelt ist. Das globalisierungskritische Netzwerk Attac bezeichnet dies als ein „Manöver, um den Druck der Kartellbehörden zu vermindern.“ Alexis Passadakis vom Attac-Koordinierungskreis: "Zwei laufende EU-Kartellverfahren, eine drohende Strafe des Bundeskartellamtes wegen überhöhter Netzentgelte, ein verrottetes Netz und ein gigantischer Investitionsstau: E.ON steht das Wasser bis zum Hals! Mit dem geplanten Verkauf an einen privaten Investor - etwa an die australische Bank Macquarie oder die Deutsche-Bank-Tochter RREEF - kämen die Verbraucher und die Umwelt vom Regen in die Traufe."
Attac kritisiert, dass es bei einem solchen Vorgehen nicht um soziale und ökologische Faktoren ginge, sondern lediglich um Profite.
Die Globalisierungskritiker fordern, die Stromnetze der Stromkonzerne an die öffentliche Hand zu übergeben und soziale und ökologische Ziele in einem künftigen öffentlichen Netzunternehmen zu verankern. Ein Kaufpreis dürfe dabei „Null Euro“ nicht überschreiten. Als Grund gibt Attac an, dass Stromkonzerne jährlich Monopolgewinne in Milliardenhöhe durch die Netzentgelte einfahren, während auf der anderen Seite dringende Investitionen in ihre Netze nicht erfolgen. Von 21 Milliarden Euro, die im Jahr 2006 an Netzentgelten eingenommen wurden, flossen lediglich 2,4 Milliarden in die Infrastruktur.
"Beim Verkauf an einen privaten Betreiber besteht die Gefahr, einer erneuten Verflechtung mit dem Konzernkartell von E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall", warnte Roman Denter von der Attac-Stromkonzernkampagne "Power to the People".
Attac hatte Anfang 2008 unter dem Motto "Power to the People" eine bundesweite Kampagne gegen die vier größten deutschen Stromversorger RWE, E.ON, Vattenfall und EnBW gestartet. Ziel der Kampagne ist die Enteignung und Zerlegung der Konzerne und ihrer Kraftwerkskapazitäten sowie ihre Überführung in kleinere, demokratisch kontrollierbare Einheiten. Wer Attac und den Bund der Energieverbraucher in ihrer Kampagne unterstützen möchte, kann dies tun unter www.stromnetze-demokratisch-kontrollieren.de.