Experten der Energy Watch Group haben eine neue Erdöl-Studie vorgestellt, in der Daten zur weltweiten Erdölförderung analysiert wurden.
Dr. Werner Zittel, Mitautor der Studie: "
Peak Oil ist jetzt." Das Fördermaximum sei bereits überschritten und wird in Zukunft noch weitere zurückgehen, was er als Hauptursache der steigenden Ölpreise anprangert. Die weltweite Ölförderung könnte bis 2030 um die Hälfte zurückgehen. Zunehmender Verbrauch wird dazu beitragen, dass die Ölmengen auf dem Weltmarkt weiter abnehmen.
Dr. Josef Auer von der Deutschen Bank Research sagt, die Zukunft liegt, was das Erdöl betrifft, schon hinter uns. Ein längerfristiger Blick auf die Energieversorgung mache klar, dass das Szenario vom Ende der fossilen Kohlenwasserstoffe eine ernst zu nehmende Verknappungsperspektive darstelle. Vorausschauende Politiker, Unternehmenslenker und Ökonomen seien gefragt, Übergänge möglichst effektiv zu gestalten.
Einen Apell an die Bundesregierung richtet Axel Graf Bülow, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Freier Tankstellen: "Die Biokraftstoffpolitik der Bundesregierung wird durch die derzeitigen Ölmarktrealitäten immer wieder links und rechts überholt. Es sollten aber schon unter dem Gesichtspunkt der Versorgungsabhängigkeit alle Anstrengungen unternommen werden, Biokraftstoffe nach vorn zu bringen. Investitionen sollten stärker in Energieeinsparung und in nachhaltig produzierte Biokraftstoffe fließen."
Dr. Aribert Peters, Vorsitzender des Bundes der Energieverbraucher, schätzt die Preiserhöhungen auf 30 bis 50% pro Jahr: "Deutschland sollte sich nach dem Vorbild Schwedens möglichst schnell und gezielt von fossilen Brennstoffen verabschieden. Den sozialen Folgen sollte mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Eine minimale Menge an Strom und eine warme Wohnung gehören zum Existenzminimum."
Die Verknappung der Rohstoffe und damit die ansteigenden Preise machen Erdöl und damit Benzin, Diesel und Kerosin immer mehr zu Luxusgütern. Private Haushalte und die Staatshaushalte der Importländer geraten immer mehr unter Druck. Analysen der Energy Watch Group zeigen, dass auch Erdgas, Kohle und Uran keinen sicheren Ausweg aus der Erdölkrise aufzeigen. Euphorischen Verfügbarkeitsspekulationen wird mit der Analyse der Boden entzogen. Die Zeit des billig verfügbaren Erdöls ist vorbei.