BUND-Analyse zeigt: Elektrohändler verkaufen Stromfresser

  1. 18.08.2008 10:34
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Der BUND hat eine Sortimentsanalyse beim Angebot von Kühl-Gefrierkombinationen durchgeführt. Fünf Elektromarkt-Ketten, drei Versandhäuser und vier Online-Shops wurden bei dem Test unter die Lupe genommen, darunter Saturn, Neckermann, Amazon und Mediamarkt. Die Analyse hat ergeben, dass fast 50% aller Geräte Effizienzklasse A auswiesen, die nach heutigem technischen Stand veraltet sind und bis zu 50% mehr Strom verbrauchen als die höchste Effizienzklasse A++.

Klaus Brunsmeier, stellvertretender Vorsitzender des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland: „Bei Amazon und Neckermann.de gehören sogar etwa 60 Prozent in die schlechtere A-Klasse. Billige Elektrogeräte mit hohem Stromverbrauch täuschen die Verbraucher über die tatsächlichen Kosten. Leidtragende sind vor allem einkommensschwache Familien, die auf Dauer durch höhere Energiekosten draufzahlen. Es ist auch Sozialpolitik, wenn Stromfresser vom Markt verbannt werden.“ Ineffiziente Geräte beeinflussten nicht nur den Geldbeutel, sondern auch das Klima negativ, da Stromvergeudung immer auch zusätzliche Treibhausgase bedeute.

Der Umwelt-Verband fordert die Bundesregierung auf, ein Förderprogramm für den Kauf sparsamer Elektrogeräte zu initiieren, wofür jährlich mindestens 200 Millionen Euro nötig seien. Finanziert werden könne ein solches Programm zum Beispiel durch die Versteigerungserlöse aus dem Emissionshandel. In anderen Ländern haben ähnliche Programme bereits Erfolge gezeigt. In Italien beispielsweise seien seit 2007 mittels Steuervergünstigungen fast viermal so viele besonders stromeffiziente Geräte verkauft worden.

Nur 43% der in der Analyse erfassten Kühlschränke fielen in die etwas bessere Effizienzklasse A+, nur 9% in die beste Klasse A++. Der Onlineanbieter Amazon hatte unter 90 Angeboten nur ein einziges A++-Gerät vorzuweisen. Bei vielen Angeboten fehlten die Angaben zum Verbrauch völlig. Die umweltschonenden und energieeffizienten A++-Geräte der Hersteller seien kaum im Elektrohandel zu finden und wenn, kosteten sie das Doppelte bis Dreifache.

"Die Elektrohändler liefern sich bei ineffizienten Geräten eine Preisschlacht, die dem Verbraucher die Entscheidung für ein sparsames Gerät schwer macht - auch wenn es sich langfristig auszahlen würde. Wenn die Händler ihren Kunden glaubwürdig ein preiswertes Produkt anbieten wollen, dann müssen sie dringend ihre Angebots-Politik ändern" so Brunsmeier weiter.

Der BUND fordert vom Elektrohandel die Auslistung von Geräten mit Effizienzklasse A+ und niedriger und ein günstigeres Anbieten von energieeffizienten Geräten, um diese für den umweltfreundlichen Stromverbraucher erschwinglich zu machen.

Weiter macht der BUND darauf aufmerksam, dass eine bessere Kennzeichnung auf europäischer Ebene notwendig sei, um dem Verbraucher das Finden von stromeffizienten Geräten zu erleichtern. Wer ein A-Gerät kaufe, müsse nach Auffassung des Verbandes sicher sein können, dass dies zu den besten gehöre. Außerdem müsse die EU-Kommission strenge Grenzwerte für den Energieverbrauch festlegen, damit verhindert werde, dass Strom fressende Geräte überhaupt hergestellt werden.

Die ausführliche BUND-Analyse finden Sie hier: http://www.bund.net/fileadmin/bundnet/publikationen/energie/20080728_energie_effiziente_kuehlgeraete_bund_analyse.pdf




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