Wer am Montagvormittag am Vattenfall-Kundenzentrum in Hamburgs Innenstadt vorbeikam, traute seinen Augen kaum: Neben einem Attac-Infostand unter dem Motto "Power to the People - Den Stromkonzernen den Stecker ziehen" versammelte sich eine Gruppe gut gekleideter Demonstranten, die nicht gegen, sondern für den Stromriesen auf der Straße waren, so ließen es zumindest ihre Schilder erahnen: "Sozialtarif ist was für Looser!", "Geld strahlt nicht!" und „Konzernklime schützen!" stand da und die "Chaoten von Attac" wurden lauthals beschimpft.
Was auf den ersten Blick noch wie eine ernsthafte politische Meinungsäußerung aussieht, entpuppt sich auf den zweiten als Satire. Attac selbst hatte die „Jubeldemo“ inszeniert, um auf die unsoziale, undemokratische und klimafeindliche Unternehmenspolitik von Vattenfall hinzuweisen und die Enteignung, Zerlegung und demokratische Kontrolle des schwedischen Stromkonzerns und seiner großen Konkurrenten Eon, RWE oder EnBW einzufordern. Bereits seit Anfang des Jahres läuft die Attac-Kampagne gegen die vier Energiekonzerne. Dazu Jutta Sundermann vom Attac-Koordinierungskreis: "Mit den vier Stromriesen wird es weder wirksamen Klimaschutz geben noch soziale Stromversorgung und demokratische Kontrolle der Energiewirtschaft."
Derzeit findet noch bis zum 24. August ein Klimacamp in Hamburg statt, zu dem Attac zusammen mit diversen anderen Organisationen und Gruppen aufgerufen hat. Hier sollen mehrere 100 Aktivistinnen und Aktivisten unter dem Motto „Für ein ganz anderes Klima“ beraten und sich austauschen.
Links zum Thema
Die Attac-Stromkonzernkampagne
Das Klimacamp
konzerne/cms/media/klima-camp.pdf>Aufruf zum Klimacamp