Der RWE-Konzern bestätigt seine positive Prognose für das Jahr 2008. In den ersten Halbjahreszahlen sei es noch nicht in vollem Umfang ersichtlich, doch für das Gesamtjahr wird RWE sein nachhaltiges Nettoergebnis um mehr als 10 Prozent steigern können. Der Kundenverlust sei gestoppt.
Der Außenumsatz des Konzerns lag im ersten Halbjahr 2008 bei 24,7 Milliarden Euro, was gegenüber dem Vorjahrszeitraum einen Anstieg von 13 Prozent ausmacht. Rechnet man Währungs- und Konsolidierungseinflüsse heraus, bleibt ein Plus von 16 Prozent.
Der Handelsbereich lag unter dem sehr hohen Ergebnis des Vorjahrs, so dass das betriebliche Ergebnis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro sank. RWE Power erzielte hingegen ein betriebliches Ergebnis von 1,8 Milliarden Euro und hatte damit ein Plus von 15 Prozent zu verzeichnen. Dies hängt aber auch mit dem Stillstand des Kernkraftwerks Biblis im Vorjahr zusammen, der zu erheblichen Belastungen geführt hatte. Auch die Sparten wie RWE Dea, RWE Supply & Trading hatten positive Entwicklungen zu verzeichnen. RWE Energy litt derweil unter der erneuten Kürzung der Netzentgelte und liegt 5 Prozent unter dem Vorjahresergebnis. Dies wird aber durch weitere Kostensenkungen und Effizienzverbesserungen ausgeglichen werden und im Geschäftsjahr in einem Zuwachs im einstelligen Prozentbereich resultieren.
Der Kundenverlust im deutschen Stromgeschäft konnte gestoppt werden, im zweiten Quartal war die Bilanz bei Haushaltskunden nahezu ausgeglichen. Im zweiten Halbjahr sollen per Saldo neue Kunden hinzugewonnen werden. Dazu sollen u.a. neue Festpreisangebote für Gas beitragen. Für die erste Angebots-Tranche hatten sich bereits 75.000 Kunden innerhalb von nur vier Wochen für dieses Modell entschieden. Bis zum Herbst sollen insgesamt mehr als 100.000 Gaskunden gewonnen werden.
Die bereits getroffenen Vorgaben zur Kostensenkung und Erlössteigerung für ein verbessertes Ergebnisniveau wurden erweitert und die Zielmarke auf 1,2 Milliarden Euro bis 2012 verdoppelt. Die Basis dafür war eine umfassende Analyse verschiedener wesentlicher Geschäftsprozesse.
Im Bereich der Investitionen gab es ebenfalls eine Steigerung: Sie liegen 52% über dem Vorjahrsniveau. Etwa 45% der investierten 2,3 Milliarden Euro entfielen auf RWE Power. In Deutschland sind die wichtigsten Projekte das Braunkohlekraftwerk in Neurath, das Gas-und-Dampf-Kraftwerk in Lingen und der Steinkohle-Doppelblock in Hamm.
Gegenüber dem Jahresende 2007 hat sich die Personalzahl von RWE um 1.712 Beschäftigte (2,7%) erhöht. Nach Angaben des Konzerns werden jährlich rund 3.000 junge Menschen ausgebildet. Auch die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sollen deutlich steigen. Hierfür sind für 2008 und die Folgejahre jeweils über 100 Millionen Euro veranschlagt. Mehr als zwei Drittel davon sollen für Projekte zur Effizienzverbesserung und Emissionsreduktion in der Stromerzeugung verwendet werden.
Für das Geschäftsjahr 2008 erwartet das Unternehmen ein betriebliches Ergebnis, dass das Niveau von 2007 mindestens erreicht. Das für die Dividende maßgebliche nachhaltige Nettoergebnis soll um mehr als 10 Prozent steigen.