Grundsicherungsempfänger steigen - 2007 gab es rund 733.000

  1. 04.11.2008 12:55
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Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden, kurz "Destatis", hat die aktuellen Zahlen zur Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung herausgegeben.

Demnach bezogen zum Ende des Jahres 2007 rund 733.000 Personen und damit 1,1% der Bevölkerung über 18 Jahren Leistungen der Grundsicherung. Die Zahl der Personen, die Hilfe durch den Staat bezogen wuchs gegenüber 2006 um 7,4% oder 51.000 Personen an.

Zum Jahresende 2003 waren 439.000 Menschen gemeldet, die staatliche Zahlungen als Grundsicherung erhielten. Demnach hat sich die Zahl der Grundsicherungsempfänger seit Ende 2003 um rund 67% erhöht.

Die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung soll den grundlegenden Bedarf für den Lebensunterhalt sicher stellen. Sie besteht in dieser Form seit dem 01.01.2003. Seit 2005 werden diese Leistungen nach dem 4. Kapitel des Zwölften Buches Sozialgesetzbuch (SGB XII "Sozialhilfe") gewährt. Die darin gelisteten Leistungen können von Personen im Alter von 18 bis 64 in Anspruch genommen werden, wenn diese dauerhaft voll erwerbsgemindert sind. Weiter treffen diese Regelungen auf Personen über 65 Jahren zu.

Ende des letzten Jahres waren etwa 340 000 Personen (46%) der Grundsicherungsempfänger im Alter zwischen 18 und 64 Jahren und erhielten Leistungen der Grundsicherung aufgrund ihrer dauerhaft vollen Erwerbsminderung. Dies sind 9,2% mehr als im Jahr davor. Es handelt sich dabei um einen 0,7%igen Anteil an der Gesamtbevölkerung, die wohl auch in Zukunft nicht mehr dem allgemeinen Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen werden.

54% der Grundsicherungsempfänger waren über 65. Das sind mit einem Plus von 5,9% gegenüber dem Vorjahr 392 000 Personen, die Sozialleistungen zur Sicherung des Lebensunterhaltes bezogen. Auf die Altersgruppe bezogen sind dies 2,4% aller Personen über 65 Jahren.

Mit rund 414 000 Personen (56%) beziehen mehr Frauen als Männer Leistungen zur Grundsicherung. Die Zahl der männlichen Hilfebezieher stieg jedoch im letzten Jahr stärker an als die der Frauen. Bundesweit bezogen insgesamt 1,2% der Frauen und 1,0% der Männer ab 18 Jahren Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung.

Ein Viertel aller Leistungsempfänger war in stationären Einrichtungen wie Pflege- oder Altenheimen untergebracht. Drei Viertel (548 000 Personen) lebten außerhalb solcher Einrichtungen.

Auch 2007 hielt der Trend an, dass in Westdeutschland mit 1,1% eine höhere Inanspruchnahme vorlag als im Osten der Bundesrepublik mit 0,8%. Die höch¬sten Bezugsquoten waren bei den Stadtstaaten Bremen, Berlin (je 1,8%) und Hamburg (1,7%) zu finden. Die niedrigsten Bezugsquoten verzeichneten Thüringen und Sachsen (je 0,6%).

Der durchschnittliche Bruttobedarf eines Grundsicherungsempfängers lag 2007 bei 625 Euro. Davon entfielen im Schnitt allein 276 Euro auf Unterkunft und Heizung. Berücksichtigt man das angerechnete Einkommen von durchschnittlich 240 Euro (bezogen auf alle Hilfeempfänger) wurden Zahlungen von durchschnittlich 385 Euro netto geleistet. Dabei verfügen 71% der Grundsicherungsempfänger über angerechnetes Einkommen (Alters-, Hinterbliebenen- oder Erwerbsminderungsrenten) von durchschnittlich 337 Euro.

Die Leistungen zur Grundsicherung kosteten den Staat 2007 insgesamt rund 3,6 Milliarden Euro. Nach Abzug von Erstattungen anderer Sozialleistungsträger und anderer Abzüge verblieben rund 3,5 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 12,7% gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Seit Einführung der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung haben sich die Nettoausgaben nahezu verdreifacht (2003: 1,3 Milliarden Euro). Im gesamten Jahr 2007 wurden rein rechnerisch pro Einwohner rund 42 Euro für diese Art der staatlichen Absicherung ausgegeben.




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