Skepsis gegenüber Gesundheitsfonds wächst

  1. 27.11.2008 08:12
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Am 01.01.2009 soll der Gesundheitsfonds in Kraft treten. Allerdings mehren sich in der Bevölkerung ablehnende Stimmen. Zum einen liegt dies an den bereits beschlossenen höheren Beitragszahlungen von 15,5%, die die Versicherten leisten müssen. Zum anderen befürchten mehr als die Hälfte der Menschen, dass das Niveau der ärztlichen Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung sinken wird.

Eine aktuelle der Studie „Markttracking Gesundheitsfonds“ der psychonomics AG hat ergeben, dass momentan 39% der gesetzlich Krankenversicherten die Vereinheitlichung der Beitragssätze ablehnen, was einen Anstieg von 8% seit September ausmacht. Nur noch 16% bewerteten die Reform positiv, 3% weniger als im September. 45% der Befragten trauten sich kein definitives Urteil zu. Es werden monatlich 1000 gesetzlich Krankenversicherte zwischen 16 und 65 Jahren zu Gesundheitsthemen, dem Gesundheitsfonds und ihrer Wechselbereitschaft zu anderen Krankenversicherungen befragt.

Die Umfrage zeigt weiter, dass 80% grundsätzlich über die Einführung des Gesundheitsfonds informiert sind. Im September waren es noch 74%, im März nur 53%. Jedoch weiß nur etwa die Hälfte der Versicherten. Dass die Kassen Zuschläge erheben oder Überschüsse als Prämien zurückzahlen können, je nach wirtschaftlicher Lage. 22% der gesetzlich Krankenversicherten rechnen mit zusätzlich Beiträgen. Am stärksten ausgeprägt ist diese Befürchtung bei dem Mitgliedern der AOK, gefolgt von den Betriebskrankenkassen und den Innungskrankennkassen. 31% der Befragten hingegen erwarten die Ausschüttung einer Prämie. Dabei bevorzugen 63% die Auszahlung der Prämie. 37% haben vor, die Überschüsse in ein erweitertes Leistungsangebot zu investieren.

Die Gesundheitsreform wird wahrscheinlich eine reine Welle der Wechselwilligen provozieren. Solche Krankenkassen, die von ihren Mitgliedern Zuschläge verlangen (müssen) werden gegenüber denen, die vielleicht sogar Prämien auszahlen oder bessere Leistungen bieten, im klaren Nachteil sein. Die Wechselbereitschaft der Versicherten ist im Falle einer finanziellen Benachteiligung drei- bis vier Mal so hoch als die normale 5%ige Fluktuation.

"Das Überschreiten des Einheitstarifs hat für die Versicherten besondere Signalwirkung und beflügelt die Wechselbereitschaft", so Anja Schweitzer von psychonomics. "Gleichzeitig werden sich die Versicherten vor dem Hintergrund des mit dem Einheitstarif verbundenen Wegfalls größerer Preisunterschiede zwischen den Kassen, zukünftig stärker für deren Leistungs- und Servicedifferenzen interessieren", so die Prognose.

Wer an der kompletten Studie interessiert ist, kann das 50-seitige Werk "Markttracking Gesundheitsfonds" (Ausgabe Oktober 2008) mit zahlreichen Differenzierungen nach Soziodemographie, Gesundheitszustand und Krankenkassenzugehörigkeit sowie für unterschiedliche Marktszenarien über die psychonomics AG beziehen.

Weitere Infos: www.psychonomics.de/tracking_gesundheitsfonds.pdf





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