Greenpeace protestiert wenige Tage vor Start der internationalen Klimakonferenz in Poznan (Polen) mit seinem Flaggschiff Rainbow Warrior in Kiel gegen den Bau weiterer deutscher Kohlekraftwerke. Greenpeace-Aktivisten haben vor dem in Kiel geplanten Kohlekraftwerk einen gigantisch großen Schriftzug „Kohlekraft verheizt das Klima“ entzündet, um mit dieser lodernden Fackel auf die Schäden in Milliardenhöhe hinzuweisen, die durch Kohleverstromung entstehen.
Karsten Smid, Greenpeace Klima-Experte: "Wer wie Umweltminister Sigmar Gabriel weiter auf den Klimakiller Kohle setzt, gefährdet die Zukunft kommender Generationen! Staatliche Beihilfen für neue Kohlekraftwerke, wie Gabriel sie vorschlägt, wären ein klimapolitisches Fiasko. Klimaschutz ist mit neuen Kohlekraftwerken nicht möglich. Hinzu kommen die immensen Folgekosten. Diese Fakten muss der Umweltminister endlich zur Kenntnis nehmen und umlenken, statt stur an Kohle festzuhalten."
Die im neuen Greenpeace Report aufgeführten, durch Kohleverbrennung verursachten Kosten beinhalten unter anderem: Klimafolgenschäden, Wasser- und Luftverschmutzung, Kosten für Landschaftszerstörung, gesundheitliche Schäden bei Abbau, Verbrennung und Betrieb der Kohle. Smid weiter: "Der Bau weiterer Kohlekraftwerke ist weltweit die größte Einzelgefahr für das Klima."
Kohleverstromung ist verantwortlich für ein Drittel des weltweiten Ausstoßes von Kohlendioxid und die Tendenz steigt. Ein Gesetz über den Ausstieg aus der klimaschädlichen Kohleverstromung könnte den Rechtsrahmen bieten, Energiekonzernen den Neubau von Kohlekraftwerken aus Klimagründen zu verbieten, was jedoch bislang nicht möglich ist.
Im Sinne einer klimafreundlichen und ökologischen Stromgewinnung mit Hilfe Erneuerbarer Energien fordert Greenpeace die deutsche Regierung auf, bis 2040 der Kohleverstromung ein Ende zu setzen. Greenpeace verlangt weiter, dass Deutschland sich bei der Klimakonferenz von 01. bis 12.12.2008 in Poznan dafür einsetzt, auch in Zeiten einer Finanzkrise die ambitionierten Ziele für den Klimaschutz nicht aus den Augen zu verlieren.