Weihnachten steht vor der Tür. Wo früher Matchboxauto, Teddybär und Eisenbahn auf dem Wunschzettel standen, stehen heute Laptops, Computerspiele und Multimedia-Handys. Die Wünsche der Kinder zu Weihnachten haben sich im Laufe der Jahre geändert und nicht zuletzt wird vieles von den Erwachsenen abgeschaut.
Fast jeder Haushalt hat heute einen mehr oder weniger schnellen Internetanschluss zur Verfügung. Laut Hightech-Verband BITKOM surfen 50% der deutschen Haushalte bereits mit DSL-Highspeed-Verbindungen im Internet und geben jährlich 220 Millionen Euro für Downloads aus. Dabei ist beachtlich, dass 15% der Personen, die Software, Videos, Musik oder andere Dateien herunterladen, unter 19 sind. Die Hälfte aller Zehnjährigen besitzt bereits ein Handy, europaweit surfen 75% der Jugendlichen (6-17 Jahre) im Internet.
Kinder sind von klein auf an Computer gewöhnt und sehen täglich, wie Erwachsene e-Mails schreiben, im Internet surfen, oder online spielen oder chatten. Da ist es nur natürlich und völlig nachvollziehbar, dass sie sich dafür interessieren und es den Großen gleich tun wollen. Und das ist auch gut so, denn Internet und Medien dürfen keinesfalls verteufelt werden. Der richtige Umgang in der richtigen Dosierung macht Kinder fit für Schule, Beruf und die persönliche Zukunft.
Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen: "Man kann das Fernsehen oder das Internet nicht aus dem Haushalt ausschließen. Die Kinder müssen lernen, damit umzugehen, aber sie müssen auch lernen: Es darf den Tag nicht bestimmen."
Unter dem Motto "Mehr Sicherheit im Internet" hat die Europäische Union eine Initiative gestartet, die vom 01.01.2009 bis 2013 gehen soll. Zum gleichen Thema hat nun die Bundesregierung in Zusammenarbeit mit Mobilfunkanbieter Arcor, den Fernsehsendern ARD und ZDF sowie der Zeitschrift TV Spielfilm eine Initiative gegründet, die unter dem Namen „SCHAU HIN!“ Eltern mit praktischen Tipps helfen soll, ein gesundes Verhältnis der Kinder zu Computer und Fernsehen zu entwickeln. Denn nie zuvor war das Angebot im Internet so vielfältig: Spiele, Musik, Videos, Chatrooms und Foren, Software und Shopping – die virtuellen Möglichkeiten sind unendlich. Umso wichtiger, dass Eltern gut informiert sind und ihre Kinder vernünftig an das Medium Internet heranführen können.
Als Hilfestellung für Eltern wurden von der Initiative "SCHAU HIN!" 10 wichtige und sinnvolle Regeln zur Internetnutzung von Kindern aufgestellt.
1. Seien Sie informiert!
Unterstützen Sie die positive Einstellung Ihres Kindes zu Computernutzung und Internet und gehen Sie mit gutem Beispiel voran. Es ist wichtig, dass Sie selbst surfen und sich gut auskennen, denn nur so können Sie Ihre Kinder vor schlechten Inhalten schützen und in die richtige Richtung weisen, in dem Sie Ihnen kindgerechte Internetseiten zeigen.
2. Surfen Sie gemeinsam!
Helfen Sie Ihrem Kind beim Surfen und zeigen Sie sich interessiert, ohne dabei ständig daneben zu stehen und es zu kontrollieren. Bleiben Sie jedoch in Rufweite, so dass Ihr Kind sich jederzeit mit Fragen oder Problemen an Sie wenden kann. Kann Ihr Kind noch nicht richtig lesen und schreiben, bleiben Sie besser stets dabei.
3. Sprechen Sie über Probleme
Bitten Sie Ihr Kind, Ihnen mitzuteilen, wenn es Inhalte im Internet findet, die ihm Angst machen oder unheimlich sind. So können traumatische Erfahrungen vermieden werden und Sie können einschreiten, sollte das Kind sich versehentlich auf unseriöse oder nicht altersgerechten Seiten geklickt haben.
4. Vereinbarte Surf-Zeiten
Machen Sie mit Ihren Kindern einen Plan, der vorsieht, wann und wie lange sie im Internet surfen bzw. Computerspiele spielen dürfen. So vermeiden Sie, dass das Kind den ganzen Tag vor dem PC sitzt und das Interesse an anderen Hobbies verliert bzw. Hausaufgaben oder Freunde vernachlässigt. Bei Jugendlichen, die länger online sein dürfen als Kinder, wäre eventuell der Abschluss einer günstigen Internet-Flatrate ratsam, damit sich die Kosten im Rahmen halten.
5. Kindgerechte Software
Je nach Alter ist das Installieren einer kindgerechten Schutzsoftware zu empfehlen. Sie können mit dem Einrichten einer altersgerechten Startseite dafür sorgen, dass das Kind ausgewählte und pädagogisch wertvolle Seiten ansteuert und das Interesse auf sinnvolle Internetinhalte lenken. Die Schutzsoftware sorgt dafür, dass der Zugang auf nicht jugendfreie Seiten oder solche, die Sie persönlich blockieren möchten, für das Kind bzw. den Jugendlichen nicht möglich ist.
6. Verwaltung der Favoriten
Legen Sie mit Ihrem Kind gemeinsam eine Favoritenliste an, in der alle Internetseiten gespeichert werden, die Sie für gut befinden und die Ihr Kind gerne besucht: Onlinespiele, Fußballfanclubs, Seiten der Lieblinge wie Barbie, Sesamstraße oder Käpt’n Blaubär, So kann das Kind dieses Seiten direkt anwählen, ohne im Netz suchen zu müssen. So kann vermieden werden, dass das Kind mit Inhalten konfrontiert wird, die es noch nicht versteht oder die Sie von ihm fern halten möchten. In diesem Zusammenhang auch zu empfehlen ist die Suchmaschine "Blinde Kuh" (www.blinde-kuh.de), die nur kindgerechte Inhalte in ihrer Datenbank hat.
7. E-Mail-Konto
Erklären Sie Ihrem Kind, dass es wichtig ist, nicht zu viel von sich im Internet Preis zu geben. Richten Sie Ihrem Kind eine eigene E-Mail-Adresse ein, bei der der wirkliche Name jedoch nicht erkennbar sein sollte. Dem Kind muss klar sein, dass es diese Adresse nur an vertrauenswürdige Personen wie Freunde und Familie oder durch Sie abgesegnete Seiten weiter geben darf, nicht zuletzt um Spam zu verhindern.
8. Persönliche Daten
Ihr Kind muss, je nach Alter, mit den Sicherheitsregeln im Umgang mit dem Internet vertraut sein. Der wichtigste Punkt hier ist, dass keinerlei persönliche Daten online weiter gegeben werden dürfen.
9. Downloads und Bestellungen
Vor allen Downloads oder Teilnahmen an Gewinnspielen sollte Ihr Kind Sie um Erlaubnis fragen.
10. Erfahrungsaustausch und Information
Sprechen Sie mit anderen Eltern um zu sehen, wie diese die Internetnutzung handhaben. Erkundigen Sie sich, wie Internet und Medien in der Schule eingesetzt wird.
Werden diese Regeln beachtet, ist zwar nicht garantiert, dass die Kinder nicht doch irgendwie an fragwürdige Inhalte gelangen, jedoch ist die Chance stark eingeschränkt. Ein offenes Ohr für die Kinder ist immer ein guter Ansatz und das gemeinsame Erleben des Internet kann ein tolles Erlebnis für Eltern und Kinder sein.
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