Zinssatz: Erneute Nutzung des geldpolitischen Spielraumes durch die EZB

  1. 23.01.2009 06:06
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Die Europäische Zentralbank hat ihren Zins erneut um 50 Basispunkte gesenkt. Damit hat sie den geldpolitischen Spielraum vollkommen konsequent genutzt. Das ist auch der wichtige Beitrag der Bank zum Erfolg der beschlossenen Konjunkturpakete im Euroraum, so Prof. Dr. Manfred Weber, der Geschäftsführende Vorstand des Bankenverbandes. Die deutsche Volkswirtschaft hat mit einem extremen Einbruch im Wachstum zu kämpfen. Wenn man bedenkt, dass die deutsche Volkswirtschaft als größte im Euroraum gilt, müssen Geld- und Fiskalpolitik in eine Richtung denken und handeln. Wenn man entschlossen und zielgerichtet das gesamte konjunkturpolitische Instumentarium einsetzt, so könne eine überflüssige Verschärfung dieser Schwächephase möglicherweise verhindert werden.

Allerdings sollten keine allzu großen Erwartungen in dieses Instrument der Senkung des Leitzins gesteckt werden, warnt Weber. Denn die Erfahrungen, die Japan diesbezüglich gemacht hat, weisen darauf hin, dass es nicht alleine ausreicht, eine Politik der niedrigen Zinsen zu haben. Will man die gebotenen Möglichkeiten der Geldpolitik in ein wirkliches Wirtschaftswachstum überführen, so benötigt man dazu unbedingt einen gesunden Finanzsektor.

Deshalb ist es nötig, alle Stabilisierungspakete für den Finanzmarkt im Euroraum ständig zu überprüfen, ohne jedoch dogmatisch an die Sache heranzugehen. Prüfkriterien seien die Effizienz und die Leistungsfähigkeit der Pakete. Eine rasche Nachbesserung ist dringend nötig, falls sich irgendwelche Probleme und Mängel in Bezug auf die Funktionsweise der Stabilisierungspakete zeigen würden.

In Japan gab es ein wirtschaftlich verschenktes Jahrzehnt, was in Deutschland unter allen Umständen verhindert werden müsste, so Webers Mahnung.






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