Nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden ergab sich in der gesetzlichen Sozialversicherung von Januar bis einschließlich September 2008 insgesamt ein Finanzierungsdefizit von 2,4 Milliarden Euro.
Zur gesetzlichen Sozialversicherung zählen:
- die gesetzliche Krankenversicherung
- die gesetzliche Pflegeversicherung
- die gesetzliche Unfallversicherung
- die gesetzliche Rentenversicherung
- die Alterssicherung für Landwirte
- die Bundesagentur für Arbeit
- die Versorgungsfonds
Die Ausgaben der gesetzlichen Sozialversicherung in den ersten drei Quartalen 2008 beliefen sich insgesamt auf 355,7 Milliarden Euro, 2% mehr als im Vorjahr. Die Einnahmeseite verzeichnete ein Plus von 1,3% und belief sich auf 353,3 Milliarden Euro.
In der gesetzlichen Krankenversicherung stiegen die Ausgaben mehr als die Einnahmen, was zu einem Finanzierungsdefizit von 1,5 Milliarden Euro führte. Der Vorjahresvergleich zeigt einen Finanzierungsüberschuss von 0,2 Milliarden Euro. In der gesetzlichen Rentenversicherung hingegen stiegen die Einnahmen mehr als Ausgaben, was zu einem verringerten Finanzierungsdefizit von 0,7 Milliarden Euro führte. Die gesetzliche Pflegeversicherung verzeichnete einen Zuwachs an Einnahmen von 7,4% gegenüber dem Vergleichszeitraum 2007, was zum größten Teil an der Erhöhung des Beitragssatzes zum 01.07.2008 lag. Ausgaben stiegen nur um 3,8, wodurch sich das Finanzierungsdefizit auf 0,1 Milliarden Euro reduzierte.
Die von der Bundesagentur für Arbeit getätigten Ausgaben (inklusive Versorgungsfonds) gingen um 3,5% zurück. Auch die Einnahmen sanken aufgrund der Senkung des Beitragssatzes zur Arbeitslosenversicherung zum 01.01.2008. Einnahmen und Ausgaben waren demnach fast gleich hoch.
Die Erfahrung der Vorjahre hat gezeigt, dass es im vierten Quartal in der Regel hohe Zuflüsse in die Sozialversicherung gibt, sodass man trotz der negativen drei ersten Quartale von einem Überschuss im Jahresergebnis ausgeht.