Globalisierungsgegner Attac fordert, alle Banken zu vergesellschaften, die staatliche Hilfe in Anspruch nehmen, um danach die "vergifteten Papiere" in bankeigenen Zweckgesellschaften auszulagern. Das Ansinnen der Finanzinstitute, eine staatliche „Bad Bank“ zu gründen, um dort alle vergifteten Papiere abzulegen, sei von der Bundesregierung zurückgewiesen worden, so Attac. Diese Forderung zeige jedoch die Notwendigkeit, die Branche unter echte demokratische Kontrolle zu stellen. Detlev von Larcher, Attac: "Die guten Papiere ins Töpfchen der Bankvorstände und Aktionäre, die schlechten ins Kröpfchen der Steuerzahler - das ist an Dreistigkeit kaum zu überbieten. Deutlicher hätten die Bankmanager nicht machen können, wohin die Reise ihrer Meinung nach weiter gehen soll: Die jetzigen Verluste sollen sozialisiert werden, die künftigen Profite privatisiert bleiben. Dazu passt die Schamlosigkeit, mit der die Dresdner Bank kurz vor ihrer Übernahme durch die Commerzbank noch rasch 400 Millionen Euro an ihre Investmentbanker ausgeschüttet hat."
Attac weist auf die schwedische Variante hin: "Wenn der Staat und damit die Steuerzahler die Risiken übernehmen, müssen sie auch von künftigen Gewinnen profitieren. Keine staatliche bad bank ohne good bank!", so von Larcher.
Wäre der Staat Eigentümer der Bank, wäre er in der Lage, das Bankmanagement austauschen, das die Katastrophe verursacht habe. Ein Mitglied des Bundesrechungshofes solle Mitglied des Managements werden, um für Transparenz zu sorgen. Banken in Staatseigentum müssten alle Niederlassungen in Steueroasen schließen und sämtliche Geschäfte mit ihnen oder mit deren Hilfe unterlassen. Detlev von Larcher: "Banken sind ebenso wie die Bahn oder auch die Energieversorgung Teil der Daseinsvorsorge. Darum gehören sie in die öffentliche Hand und unter demokratische Kontrolle."
Attac mobilisiert gemeinsam mit Bündnispartnern unter dem Motto "Wir zahlen nicht für eure Krise" für den 28. März Demonstrationen in Berlin und Frankfurt.