Neue Studie: Haushalt verhindert Karriere für Frauen

  1. 11.02.2009 10:45
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Das Einkommen von Frauen ist traditionell niedriger als das der Männer. Bisher wurde das durch unterschiedliche Qualifikation, Wahl des Berufs, Berufserfahrung oder gar Diskriminierung erklärt. Eine neue Studie der DIW Berlin brachte jedoch nun ans Tageslicht, was wirklich die Lohnkluft zwischen Mann und Frau zustande bringt: Hausarbeit!

Nach wie vor ist Hausarbeit traditionell Frauensache. Vollarbeitende Männer engagieren sich wesentlich weniger im Haushalt, als Frauen mit der gleichen Stundenwoche das tun. Silke Anger, Autorin und DIW-Arbeitsmarktexpertin: "Außerdem landet häufig der Teil der Hausarbeit, der am wenigsten Flexibilität für den Job erlaubt, bei Frauen. Hausarbeit beansprucht Zeit und Energie, die Frauen sonst in ihren Beruf investieren könnten." Fazit: Vollberufstätige Frauen, die sich nicht um die Hausarbeit kümmern müssen, verdienen rund ein Viertel mehr als Frauen, die täglich 2 Stunden in die Hausarbeit investieren.

Während Männer eher Arbeiten erledigen, die sich aufs Wochenende verschieben lassen wie Rasenmähen oder Reparaturarbeiten, sind Frauen diejenigen, die Kochen, Putzen und Kinder versorgen – Arbeiten, die sich nicht auf die lange Bank schieben lassen. So ist es nicht verwunderlich, dass Männer im Schnitt eine höhere Wochenarbeitszeit haben als Frauen und dementsprechend mehr verdienen. Diese Tendenz ist selbst in Haushalten erkennbar, in denen beide Partner vollerwerbstätig sind.

Frauen stehen oft dem Arbeitsmarkt nicht im gleichen Umfang zur Verfügung, wie Männer es tun. Durch ihre Verantwortung für zeitlich unflexible Hausarbeiten wie Kochen oder Kinderbetreuung haben viele Frauen eine geringere Auswahl an Arbeitsplätzen. Karriere und Einkommen müssen so hinter Haushalt und Kindern zurückstehen. Silke Anger weiter: "Unsere Daten zeigen, dass es wichtig ist, Frauen bei der Erlangung von Qualifikationen zu unterstützen." Sie appelliert an Unternehmen und Politik, Frauen den Zugang zu besser bezahlten Tätigkeiten und Führungspositionen zu ermöglichen und Diskriminierung entgegenzuwirken.





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