Das KfW-ifo-Mittelstandsbarometer startet so pessimistisch ins neue Jahr wie es das alte beendet hat. Dr. Norbert Irsch, KfW Bankengruppe: "In Zeiten überwiegend schlechter Wirtschaftsnachrichten ist es bereits erfreulich, dass sich die Stimmung bei den Mittelständlern nicht weiter verschlechtert hat. Einen Stimmungsumschwung läuten die Ergebnisse jedoch noch nicht ein; die Erwartungen sind nämlich weiterhin wesentlich schlechter als die Einschätzungen zur Geschäftslage." Die Erwartungen der Mittelständler haben sich zwar verbessert, doch nach wie vor ist der Saldenwert der Erwartungen schlechter als der der Geschäftslage. "Daher muss auch in den kommenden Monaten mit einer weiter rückläufigen Geschäftstätigkeit gerechnet werden", so Irsch weiter.
Die Großunternehmen korrigierten ihre Einschätzungen nach oben, weit stärker als die Mittelständler. Ihre aktuelle Geschäftstätigkeit bewerteten sie dabei jedoch deutlich schlechter als im Vormonat. Was die Beschäftigungserwartungen angeht, waren die Mittelständler noch etwas pessimistischer als im Vormonat. Die Bereitschaft, neue Arbeitnehmer einzustellen stieg deutlich, was an den zu erwartenden Aufträgen im Zuge der Konjunkturpakete der Bundesregierung liegt. Der Mittelstand des verarbeitenden Gewerbes rechnet jedoch im Gegenteil mit einem verstärkten Beschäftigungsabbau. Aufgrund einer zurückgehenden Auftragslage werden viele Mittelständler Entlassungen vornehmen oder Kurzarbeit einführen müssen.
Gefallen sind auch die Absatzpreiserwartungen der Firmen, wobei Mittelständler einen höheren Preissenkungsdruck zu unterliegen scheinen als die Großunternehmen. Erstmals in der Historie des KfW-ifo-Mittelstandsbarometers lag der Saldenwert so niedrig. Die Mittelständler gehen mehrheitlich von zukünftig sinkenden Preisen aus.
Der komplette KfW-ifo-Mittelstandsbarometer inklusive Datentabelle und Grafiken kann unter www.kfw.de angesehen werden.