Das Bundesumweltministerium hat am 12.02.2009 in Berlin die Roadmap Energiepolitik 2020 vorgestellt. Diese wurde vom Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE) ausdrücklich begrüßt. Insgesamt stelle das Konzept einen geeigneten Fahrplan für die zukünftige Energieversorgung dar, und wesentliche Rahmenbedingungen für den Ausbau der Erneuerbaren Energien seien bestätigt. Björn Klusmann, Geschäftsführer des BEE: „Wenn wir unabhängiger von Rohstoffimporten und Preisschwankungen werden und gleichzeitig die wirtschaftliche Entwicklung stärken wollen, müssen wir auf mehr Energieeffizienz und Erneuerbare Energien setzen. Das hat das Umweltministerium in seiner Roadmap unmissverständlich klar gemacht.“
Der BEE ist jedoch der Ansicht, dass die Erneuerbaren Energien bis 2020 in allen Bereichen (Wärme, Strom und Kraftstoffe) erheblich schneller wachsen könnten als das Umweltministerium annimmt. So bleibe das Konzept im Stromsektor deutlich hinter dem Machbaren zurück. Das Ministerium geht von einem Anteil von über 30% im Jahr 2020 aus – der Bee prognostiziert in seiner aktuellen Studie "Stromversorgung 2020" bereits einen Anteil von 47%. Klusmann: "Hier wird die Erneuerbare-Energien-Branche den Fahrplan des Umweltministeriums ganz klar übertreffen. Es ist deshalb gut und wichtig, dass das Umweltministerium den aktuellen Bestrebungen, den Atomausstieg in Frage zu stellen, eine klare Absage erteilt."
Eine wichtige Voraussetzung für die zukunftssichere Entwicklung der Erneuerbaren Energien sei der Erhalt des gesetzlich verankerten Vorrangs der ökologischen Stromversorgung. Denn nur unter Einschränkung des Vorrangs Erneuerbarer Energien könnten längere Laufzeiten durchsetzbar sein. Auch im Sektor der fossilen Großkraftwerke seien nach Ansicht des BEE deutlichere Ansagen notwendig: "Die Erneuerbaren Energien werden die Stromproduktion von Jahr zu Jahr stärker prägen. Wir benötigen deshalb flexible Kraftwerkseinheiten, die das wechselnde Angebot von Wind und Sonne optimal ergänzen. Außerdem müssen Ausbau und Weiterentwicklung von Stromspeichern vorangetrieben werden" so Klusmann.