Uwe Foullong von ver.di kritisiert das Finanzmarktstabilisierungsgesetz aufs heftigste und bezeichnet es als äußerst lückenhaft. Die Zahlung von Boni, die in Millionenhöhe an Manager und Händler im Investmentbanking sowie an Bankvorstände flossen verurteilt die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft auf das schärfste. "Für die Finanzkrise mitverantwortliche Vorstände und Manager dürfen nicht noch belohnt werden. Es muss sichergestellt werden, dass die verantwortlichen höchsten Managerebenen keine Boni erhalten", so Foullong.
Das Finanzmarktstabilisierungsgesetz sehe eine Deckelung vor, die exklusiv die Vorstandsbezüge betreffe. Ein Verbot von Bonuszahlungen an verantwortliche Manager und klare Regelungen zur Deckelung der Bezüge von Managern unterhalb der Vorstandsebene fehlten. "Es ist scheinheilig, wenn gerade diejenigen, die dieses Gesetz geschaffen haben, wie die Bundeskanzlerin, jetzt anstehende Bonuszahlungen an Vorstände und Manager kritisieren. Ein klares Gesetz hätte diese Planungen unmöglich gemacht", so Foullong.
ver.di erklärt, die Krise zeige drastisch, dass es an der Zeit sei, an der Vergütungspolitik der Banken grundlegendes zu ändern. Die Bonuszahlungssysteme müssten abgeschafft werden, da sie die falschen Anreize gäben und die tariflich Beschäftigten deutlich benachteiligten. Auf Grund unrealistischer Zielvorgaben setzten sie die Angestellten unter enormen Druck. Die Bonuszahlungen an Tarifangestellte und der Tariftabelle nahestehenden außertariflichen Beschäftigten zu streichen hält ver.di jedoch für ungerechtfertigt, da die Zahlungen hart erarbeiteter Bestandteil des Einkommens sein. Eine Umstrukturierung sei wohl sinnvoller, in der die tariflich geregelten Gehälter ausgebaut und die Manager- und Vorstandsbezüge in einem angemessen Verhältnis zu den Tarifgehältern gedeckelt würden. Foullong abschließend: "Es ist skandalös, dass die Bankvorstände seit Juli letzten Jahres die Gehaltstarifverhandlungen verschleppt haben und sich derzeit jeglicher Verhandlung verweigern."