Handy-Ortung: Sicherheit für Eltern und Kinder

  1. 03.03.2009 07:16
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Jährlich werden in Deutschland über 50.000 Kinder und Jugendliche als vermisst gemeldet. Auch wenn viele dieser Vermisstenmeldungen sich schnell aufklären, machen sich viele Eltern Sorgen über den Aufenthalt ihrer Kinder. Viele Eltern greifen hier zur Handy-Ortung, zehntausende besorgter Eltern haben sich schon zu solchen Diensten angemeldet, mit denen sie die Handys ihrer Kinder schnell lokalisieren können.

Prof. Dr. Kempf vom Hightech-Verband BITKOM: „Mit der Möglichkeit der Handy-Ortung können Eltern und Kinder einen Sicherheitsgewinn realisieren. Viele Eltern und Ihre Kinder sehen den Sicherheitsgewinn für beide Seiten. Die Kaufentscheidung fällt deshalb immer häufiger für Mobiltelefone mit GPS-Funktion, mit denen dann auch die Ortungsdienste genutzt werden.“

52% der Kinder zwischen 6 und 13 Jahren besitzen mittlerweile ein eigenes Mobiltelefon, so eine KIM-Studie des Forschungsverbunds MPFS. Davon ist etwa jedes 6. Handy mit einer Ortungsfunktion ausgestattet. BITKOM erläutert nachfolgend einige relevante Fragen:

Verfahrensarten



Es gibt zwei verschiedene Verfahren, das Funkzellen-Verfahren und das gerätebasierte Verfahren. Das Funkzellen-Verfahren läuft mit allen käuflichen Mobiltelefonen und es spielt keine Rolle, ob es ein Prepaid- oder ein Vertragshandy ist. Beim gerätebasierten Verfahren muss ein internetfähiges Handy verwendet werden. Eltern sollten also immer erst prüfen, welche technischen Bedingungen das Handy des Kindes erfüllt. Unabhängig vom verwendeten Verfahren funktionieren die Ortungssysteme nur, wenn das Handy eingeschaltet und beim Mobilfunknetz eingeloggt ist.

Aktivierung der Handyortung / Ortungsdienste



Die Registrierung erfolgt auf der Website des Anbieters unter Angabe des zu ortenden Handys. Um Missbrauch zu vermeiden, muss dieser Dienst vom zu ortenden Handy an den Netzbetreiber freigeschaltet werden. Gerätebasierte Dienste erfordern außerdem die Installation eines Programmes auf das Smartphone.

Start der Handy-Ortung



Um eine Ortung zu starten, müssen sich die Eltern mit ihrem Benutzernamen und Passwort auf der Internetseite des Anbieters einloggen. Daraufhin wird auf einer Straßenkarte die Position des Handys angezeigt. Sind die entsprechenden Programme installiert, können sich Eltern bei gerätebasierten Diensten eine Karte anzeigen lassen, auf der der Aufenthaltsort ihres Kindes markiert ist.

Kosten der Ortung



Die Kosten sind von einem Anbieter zum anderen unterschiedlich. Einige stellen einen jährlichen Pauschalbetrag in Rechnung, der bereits einige Ortungen enthält. Andere stellen keine Grundgebühr in Rechnung sondern verlangen pro Ortung einen kleinen Betrag von bis zu 1 Euro. Gerätebasierte Dienste sind meist kostenfrei. Jedoch fallen grundsätzlich Verbindungskosten an, die von den jeweiligen Mobilfunk-Verträgen und dem individuellen Nutzerverhalten abhängig ist.

Informationspflicht”



Um Vertrauen und Verständnis zu schaffen, sollten Eltern auf jeden Fall mit ihren Kindern darüber sprechen und sie informieren, wenn sie Ortungsdienste nutzen. Um für mehr Transparenz zu sorgen kann man den Dienst so einstellen, dass das Kind automatisch über eine Ortung per SMS informiert wird. Einige Anbieter haben einen automatischen SMS-Versand im Programm.

Rechtliches zur Handyortung



Der Nutzer des Handys, welches geortet werden soll, muss dem grundsätzlich zustimmen und darüber Bescheid wissen. Er muss dies durch eine SMS an den Anbieter bestätigen. Bei Kindern reicht die Einwilligung der Eltern. Die Einwilligung kann jederzeit durch eine Sperr-SMS aufgehoben werden. Aktuell wird von Gesetzesseite und von Mobilfunkbetreibern gleichermaßen an weiteren Schutzmechanismen gearbeitet, um widerrechtliche Überwachungen weitestmöglich auszuschließen.

Technische Details der funkzellenbasierten Ortung



Handys haben ständigen Kontakt zur nächsten Basisstation. Der Netzbetreiber kann so feststellen, in welcher Funkzelle sich das Mobiltelefon befindet und welche anderen Funkzellen ebenfalls erreichbar wären. Der Aufenthaltsort kann aus der Signalstärke, der Laufzeit und der Antennenrichtung errechnet werden. Die Genauigkeit der Ortung hängt vom Standort ab – je mehr Funkzellen in der Umgebung desto genauer die Aussage. Während in Städten mit hoher Funkzellendichte die Genauigkeit bis zu 30 m betragen kann, kann sie im ländlichen Raum schon bei etwa 1 km liegen.

Technische Details der gerätebasierten Ortung



Bei dieser Variante werden, um die Position schneller und genauer bestimmen zu können, verschiedene Ortungs-Varianten kombiniert. Es wird neben der funkzellenbasierten Ortung auch GPS verwendet. Allerdings setzt das einen GPS-Empfänger im Telefon voraus. Die Position kann wie bei einem Navigationsgerät auf bis zu 1 m genau bestimmt werden. Auch werden Verfahren kombiniert, bei dem das Handy Codes von nahegelegenen W-LAN-Netzen erkennt. Da die Geokoordinaten dieser Codes alle in einer Datenbank hinterlegt sind, kann dies bei der Bestimmung des Standortes mithelfen.





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