DGUV und TU Darmstadt entwickeln Kraftatlas

  1. 07.04.2009 06:24
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Der so genannte Kraftatlas hilft ab sofort, für Arbeitsplätze, an denen mit Krafteinsatz gearbeitet wird, körperlich erträgliche Maximalkräfte zuverlässig zu ermitteln. Der Kraftatlas wurde vom Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (BGIA) in Zusammenarbeit mit dem Institut für Arbeitswissenschaft der Technischen Uni Darmstadt (IAD) erarbeitet.

Unter www.dguv.de/bgia, Webcode d89844 steht dieser allen Interessierten zur Verfügung. In Tabellenform werden die Aktionskräfte, die ein Mensch maximal aufbringen kann, anhand 76 typischer Arbeitssituationen aufgezeigt. So lassen sich mit Hilfe des Kraftatlas und einer einfachen Formel Grenzkräfte ableiten und Empfehlungen aussprechen.

Die Maximalkräfte wurden von IAD und BGIA in groß angelegten Praxismessungen an 273 Beschäftigten in 11 Werken ermittelt. Grundlegende Daten zum Einfluss von asymmetrischen Körperhaltungen und einarmigen Tätigkeiten wurden durch umfangreiche zusätzliche Labormessungen geliefert. Alle Faktoren, die die Aktionskraft beeinflussen, sind in das Endergebnis eingeflossen, was ein eigens dafür entwickeltes Kraftbewertungsverfahren sicherstellte. Dieses komplizierte Bewertungsverfahren wurde zu einer einfach anzuwendenden Formel zusammengefasst, um maximale Benutzerfreundlichkeit zu gewährleisten.

Der Hauptteil der Arbeitsaktivitäten bezieht sich auf Montagetätigkeiten im Fahrzeugbau. Der Kraftatlas richtet sich an alle, die kraftbetonte Tätigkeiten bewerten müssen, wie Ergonomen, Arbeitsmediziner und Sicherheitsingenieure, sowie Personen, die Arbeitsplätze planen und bauen.

Etwa 25% aller betrieblichen Fehlzeiten sind auf Erkrankungen im Muskel- und Skelett-Bereich zurückzuführen. Dabei ist eine Ursache das Überschreiten der zumutbaren Aktionskräfte. Wie hoch die maximal empfohlene Aktionskraft ist, hängt von mehreren Faktoren ab, wie zum Beispiel Körperhaltung, Alter, Geschlecht und die Häufigkeit und Richtung der Kraftausübung. Bestehende Verfahren zur Messung der Maximalkräfte haben viele dieser Faktoren bisher nicht oder nur zum Teil berücksichtigt. So war die Bewertung bisher nur eingeschränkt möglich.





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