Alten- und Krankenpflege: Viele Pfleger unzufrieden

  1. 09.04.2009 07:37
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Die Sonderauswertung des DGB-Index "Gute Arbeit" im Auftrag von ver.di hat ergeben, dass viele Personen, die in Pflegeberufen tätig sind, mit ihrem Gehalt und den Arbeitsbedingungen nicht zufrieden sind.

Im Bezug auf Lohn- und Arbeitsbedingungen schnitt besonders die Alten- und Krankenpflege im bundesweiten Vergleich schlecht ab. 47% der Beschäftigten in der Krankenpflege beschreiben die Arbeit und Entlohnung lediglich als mittelmäßig, 46% gar als schlecht. Beschäftigte in der Altenpflege beschreiben ihre Arbeit und Entlohnung ebenfalls nicht besonders gut: 52% der pflegenden Personen betrachten sie als "schlecht", 36% als „mittelmäßig“.

Vor allem die schlechte Bezahlung gibt für die Beschäftigten in der Krankenpflege Grund zur Klage. 40% der in der Krankenpflege beschäftigten Pflegekräfte beziehen ein Gehalt von weniger als 2.000 Euro brutto, was für die belastende Arbeitsintensität und die geringen Aufstiegschancen keinen reellen Ausgleich bietet. Die Bewertungen der Altenpflegeberufe sind ähnlich: Hier haben sogar 72% der Beschäftigten weniger als 2.000 Euro Bruttoeinkommen. 48% der Beschäftigten in der Altenpflege arbeiten zu Löhnen von unter 1.500 Euro brutto.

Der Arbeitseinsatz ist trotz niedriger Löhne und harter Arbeit unverändert hoch. In der Krankenpflege überschreiten die Vollzeitbeschäftigten die vereinbarte Wochenarbeitszeit von 40,1 Stunden (Männer) bzw. 39,1 Stunden (Frauen) durchschnittlich um rund 10%, in der Altenpflege sogar um 11%.

Viele Beschäftigte in der Alten- und Krankenpflege sind, was ihre zukünftige Berufsfähigkeit angeht, skeptisch. 51% der Beschäftigten in der Altenpflege und 57% der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Krankenpflege glauben nicht, dass sie ihre jetzige Tätigkeit auf Grund der Arbeitsbelastung und Arbeitszeit bis zum Rentenalter durchhalten werden.

Ver.di-Bundesvorstandsmitglied Ellen Paschke: "Die Arbeitsbelastung in den Pflegeberufen ist nur noch schwer erträglich. Immer weniger Menschen ergreifen diesen schlecht bezahlten Stress-Beruf. Ein Pflegenotstand ist nur noch abwendbar, wenn deutlich mehr Personal zur Bewältigung der Arbeit eingestellt, die Arbeitsbelastung drastisch reduziert und die Einkommensbedingungen spürbar verbessert werden."






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