Wie die Online-Zeitung "Die Welt" berichtet, sind die Deutschen beim Thema Gesundheit sehr konservativ. Ein Großteil der gesetzlich Versicherten lehnt umfangreiche Reformen der Krankenversicherung ab, so eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Barmer Ersatzkasse. Größter Aufreger für die Deutschen: Das Kappen von Leistungen für alte Menschen, wenn diese zum Beispiel aus Altersgründen kein neues Hüftgelenk bekommen sollen.
Zwei Drittel der Befragten lehnen eine Basisversicherung ab, jeder Vierte wäre dafür. Allerdings wurde der Umfang dieser Versicherung in der Diskussion nie genau definiert. Vorschläge, Rechnungen für Arztbesuche oder Medikamente zunächst aus eigener Tasche vorzufinanzieren und sich das Geld dann von der Kasse wiederzuholen – wie dies bei der privaten Krankenversicherung der Fall ist - lehnt der Großteil der Befragten ab. Rund 80% der gesetzlich Versicherten wollen, dass Arzt und Apotheke nach wie vor direkt mit der Kasse abrechnen.
Lediglich 53% der gesetzlich Versicherten wären bereit, mehr Geld für eine bessere medizinische Versorgung zu zahlen. Barmer-Chef Vöcking erklärt sich dieses Ergebnis damit, dass die Versicherten kritischer werden und den Fortschrittsversprechen nicht mehr uneingeschränkt glauben. "Sie wollen genauer als bisher wissen, welche Vorteile eine teurere Behandlung ihnen wirklich bringt. Es geht nicht mehr um Fortschritt um jeden Preis."
Das Ergebnis der Umfrage bestätigt laut Vöcking, der selbst CDU-Mitglied ist, die Politik von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD). Die gesundheitspolitischen Vorstellungen der Unionsparteien würden nur in Teilen bestätigt. Die Pläne der FDP kämen bei der Bevölkerung überhaupt nicht gut an, meint der Barmer-Chef. "Man kann keine Gesundheitspolitik gegen die Wünsche der Bevölkerung machen", sagt er.