Greenpeace-Studie: "Öko-Strom" als Mogelpackung

  1. 24.04.2009 12:21
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Eine von Greenpeace in Auftrag gegebene Studie hat zum Vorschein gebracht, dass nicht immer Ökostrom drin ist, wenn Ökostrom draufsteht. Denn unter der Bezeichnung "Ökostrom" sind etliche Mogelpackungen auf dem Strommarkt unterwegs.

Oft wird in Deutschland billiger konventioneller Strom in umweltfreundlichen Ökostrom umdeklariert. Das liegt daran, dass viele Energiekonzerne ihre Ökostrom-Geschäftsmodelle auf dem Handel mit Herkunfts-Nachweisen wie RECS-Zertifikate aufbauen. RECS-Zertifikate dienen zur Kennzeichnung von Strom aus erneuerbarer Energie, sind aber auf dem Strommarkt käuflich zu erwerben. So kann etwa ein deutsches Stromunternehmen in Dänemark billige Zertifikate für Öko-Strom aus Wasserkraft kaufen und deklariert den eigenen konservativen Strom einfach um. Der Strom selbst wird nicht eingekauft, nur die Zertifikate.

Andree Böhling von Greenpeace: "Viele Energiekonzerne betreiben nichts anderes als Greenwashing. Wenn ganze Städte, so wie es in Kassel, Friedrichshafen und Saarbrücken der Fall war, ohne Aufpreis über Nacht auf Öko-Strom umstellen, sollten die Kunden stutzig werden. Jedem muss bewusst sein, dass es Ökostrom nicht zum Nulltarif gibt. Schließlich ist er mit zusätzlichen Investitionen in umweltfreundliche Kraftwerke verbunden."

In der Greenpeace-Studie werden zwei zentrale Kriterien für echte Öko-Strom-Angebote genannt: Wenn der Stromanbieter, der den Ökostrom vertreibt, Investitionen in neue Öko-Kraftwerke und detaillierte Informationen über die tatsächliche Herkunft des Stroms nachweisen kann, kann der Verbraucher davon ausgehen, echten Ökostrom einzukaufen und damit ehrliche Stromlieferanten zu unterstützen.

Greenpeace spricht sich für die Einführung eines einheitlichen Labels aus, die ehrliche Öko-Stromprodukte unmissverständlich kennzeichnet und dem Verbraucher bei der Auswahl hilft. Bis ein solches Label eingeführt wird sollten Stromkunden, die ihren Anbieter wechseln und Kunde bei einem echten Ökostromlieferanten werden wollen, diesen Anbieter genau unter die Lupe nehmen. Böhling weiter: "Es gibt mittlerweile sehr viele Trittbrettfahrer auf dem Strommarkt. Besonders dreist versucht der Energiekonzern RWE, seine Kunden hinters Licht zu führen. Wer glaubt, Atomstrom sei ökologisch, ist auf die gezielte Kampagne der Atomlobby reingefallen. RWE wirbt in einer groß angelegten Kampagne für einen so genannten Pro Klima-Tarif, bei dem Atomstrom als Öko-Strom angepriesen wird".

Laut Studie findet man ehrlichen, guten Ökostrom bei Unternehmen, die nachweislich alle Anstrengungen auf den Ausbau umweltfreundlicher Kraftwerke, ohne Atom- und Kohlestrom lenken. Weiterführende Informationen und Empfehlungen von Ökostromanbietern gibt es bei "Atomausstieg selber machen!", einer Initiative von Umwelt- und Verbraucherschutzorganisationen unter www.atomausstiegselbermachen.de.





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