IAB will Förderung für Altersteilzeit nach 2009 nicht verlängert

  1. 05.05.2009 10:03
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Das 2010 auslaufende Modell der Förderung der Altersteilzeit soll nicht verlängert werden. Dafür spricht sich das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) aus. Nach Meinung der IAB-Arbeitmarktforscherin Susanne Wanger setze das Konzept in seiner heutigen Form falsche Signale für Unternehmen sowie Arbeitsnehmer, außerdem werde damit der Druck auf die Arbeitgeber reduziert, zügig eigene Konzepte für altersgerechtes Arbeiten einzuführen. "Nicht der vorzeitige Ausstieg aus dem Erwerbsleben, sondern der lange Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit sollte gefördert werden", sagte Wanger mit Bezug auf die in einer am Montag veröffentlichten Studie des IAB.

Nach Aussage von Wanger sei Altersteilzeit in der Regel nicht, was der Name verspricht. Das ursprüngliche Ziel sei es gewesen, älteren Beschäftigten einen angenehmen Übergang vom Berufsleben in den Ruhestand zu schaffen. Nach Angaben von Wanger arbeitet jeder zehnte Beschäftigte in Altersteilzeit im Teilzeitmodell weiter, dagegen wählen 90 Prozent das Blockmodell für einen frühzeitigen Ausstieg aus dem Beschäftigungsverhältnis. Der Unterschied zwischen beiden Modellen: Während der Arbeitnehmer im Teilzeitmodell seine Arbeitszeit über die volle Dauer auf 50 Prozent reduziert, arbeitet er im Blockmodell während der ersten Hälfte der Arbeitszeit voll und wird in der zweiten Hälfte freigestellt.

540.000 Beschäftigte 2007 in Altersteilzeit



Im Jahr 2007 befanden sich bundesweit rund 540.000 Beschäftigte im Alter zwischen 55 und 64 Jahren in Altersteilzeit, somit war etwa jeder sechste Arbeitnehmer dieser Altersklasse betroffen. In besonderem Maße nutzten Büroangestellte die Altersteilzeit als Übergang in den vorzeitigen Ruhestand, hingegen entschieden sich Personen mit körperlich anstrengenden Berufen unterdurchschnittlich oft für diesen Weg aus dem Berufsleben. "Da diese Berufe in der Regel niedriger entlohnt werden, können sich die Beschäftigten hier die Altersteilzeit eventuell nicht leisten", so Wanger.

Die größte Verbreitung finden Altersteilzeitmodelle in Großbetrieben mit Tarifbindung. Der Studie zufolge geht jeder dritte Altersteilzeitbeschäftigte auf ein Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern zurück. Hingegen nutzen nur 15 Prozent der Angestellten aus Betrieben mit weniger als 50 Angestellten solche Modelle.


Altersteilzeit als Maßnahme zum Personalabbau



Nach Angaben der Studie ermöglichen Altersteilzeitmodelle die Schaffung neuer Arbeits- und Ausbildungsplätze. Allerdings werden sie von zwei Dritteln der Unternehmen auch genutzt, um solzialverträglichen Personalabbau zu betreiben. Dafür verzichten sie auf staatliche Zuschüsse. Die Zuschüsse der Bundesagentur für Arbeit betrugen seit 1996 mehr als 8,5 Milliarden Euro.




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