Die staatlich geförderte Riester-Rente ist bei vielen Bundesbürgern ein beliebtes Finanzierungsmodell zur Altersvorsorge, schließlich lockt der Staat mit Zuschüssen von mehreren 100 Euro pro Jahr. Wer sich jedoch im Internet bei einem der zahlreichen Finanzdienstleister über das Vorsorgeprogramm informiert, kann schnell den Überblick verlieren, wie eine neue Untersuchung der Fachzeitschrift versicherungsmagazin jetzt herausgefunden hat. Demnach unterscheiden sich die Ergebnisse der Riester-Förderrechner der verschiedenen Anbieter enorm, Abweichungen um bis zu 800 Prozent sind bei den Berechnungen möglich. Der Kunde wird dadurch mehr verwirrt als informiert.
Das Problem: Die Förderrechner der unzähligen Rentenversicherer, Bausparkassen und anderen Finanzdienstleister verwenden für die Berechnung unterschiedliche Bezugsgrößen. Dadurch bieten sie den Interessenten von einander stark abweichende Ergebnisse und machen einen Vergleich der einzelnen Produkte nahezu unmöglich. Nach Meinung von Versicherungsmagazin-Autor und Rechtsanwalt Dr. Johannes Fiala wird von vielen Anbietern der falsche Anschein erweckt, dass die individuelle Riester-Förderung vom Anbieter abhängt. Letztlich wollen alle von der großen Nachfrage der Kunden nach einer Riester-Förderung profitieren.
Das versicherungsmagazin testete die Online-Förderrechner von mehreren Dutzend Dienstleistern, dafür verwendete es insgesamt vier gleiche Testfälle. Das Resultat: Allein im laufenden Jahr 2009 entstanden Differenzen von bis zu 1.000 Euro. Die Tester bemängeln vor allem die Auswahl der Eingabefelder. Während beispielsweise nach unwichtigen Angaben wie Geschlecht und Steuerklasse gefragt wurde, fehlten andere wichtige Eingabemöglichkeiten, die für eine genaue Berechnung notwendig sind. Außerdem waren viele Förderrechner nicht auf dem aktuellen Informationsstand, so fehlte zum Beispiel häufig der 2008 eingeführte Berufseinsteigerbonus.