Telefonate mit dem Handy sollen schon bald deutlich günstiger werden. Das verlangt zumindest die EU-Kommissarin Viviane Reding, zuständig für den Sektor Telekommunikation in der Europäischen Kommission. Wie sie am Donnerstag mitteilte, sollen die Terminierungsentgelte, die Anrufende für Telefonate mit dem Handy zahlen, bald deutlich sinken. Das werde zu einem Absinken der Minutenpreise führen, denn die Kosten für Handytelefonate bestehen zu einem erheblichen Teil aus diesen Terminierungsentgelten.
Handytelefonate werden billiger
Nach Angaben der EU-Kommission liegen die Entgelte aktuell zwischen 2 und 15 Cent je Minute und sind damit teilweise mehr als zehn Mal so hoch wie im Festnetz. Die EU-Kommissarin verlangt von den staatlichen Behörden, dass die Terminierungsentgelte entsprechend angepasst werden und nur die tatsächlichen Kosten widerspiegeln. Demnach müssten sie bei 1,5 bis 3 Cent liegen. Die Verbraucher würden durch sinkende Minutenpreise in den kommenden drei Jahren rund 2 Milliarden Euro sparen, teilte Reding in Brüssel mit. Darüber hinaus würden sinkende Minutenpreise zu einer stärkeren Konkurrenz führen, was ebenfalls den Wettbewerb anheizen würde und für die Verbraucher positive Auswirkungen hätte.
Die Vorgaben der EU-Kommission sind für die nationalen Aufsichtsbehörden nicht bindend, sie haben lediglich den Charakter einer Empfehlung. So widersetzte sich die in Deutschland verantwortliche Bundesnetzagentur bisher den Plänen der Europäischen Kommission, auch wenn sie "weitgehend berücksichtigt werden müssen". Die Terminierungsentgelte werden von den Netzbetreibern untereinander erhoben: Telefoniert ein Vodafone-Kunde mit einem Kunden im Netz von E-Plus, muss Vodafone eine Durchleitungsgebühr an E-Plus zahlen, wodurch der Minutenpreis steigt.