Die neue Gesundheitsreform gefährdet die Versorgung von Herzpatienten, so die Deutsche Herzstiftung. Als größte Patientenorganisation im Bereich Herz-Kreislauf-Erkrankungen sieht sie die ärztliche Versorgung als massiv gefährdet. Eine gute und effiziente Betreuung der bisher errungenen Erfolge ist in Kliniken und Praxen nicht langfristig sicher gestellt, denn die fachärztliche Versorgung gerät bereits jetzt ins Wanken.
Als Hauptursache dafür sieht die Deutsche Herzstiftung die drastischen Kürzungen der Honorare für niedergelassene Kardiologen. Die vorgeschriebene Begrenzung von Patienten, die Kardiologen behandeln dürfen, ist eine unzumutbare Regelung und führt bereits jetzt zu enormen Wartezeiten. Behandelt der Kardiologe Patienten über die vorgeschriebene Grenze hinaus, so muss er dies auf eigene Kosten tun.
Es zeichnet sich bereits ab, dass in Zukunft zahlreiche Praxen aufgrund dieser unsinnigen Regelungen wegen Unwirtschaftlichkeit geschlossen werden müssen, was der Herzstiftung große Sorge bereitet. Patienten, die dringend einen Termin beim Kardiologen brauchen, müssen oft wochen- oder gar monatelang auf einen Termin warten. Das hat oftmals fatale Folgen für ihre Gesundheit. In anderen fachärztlichen Bereichen und auch bei Hausärzten ist die Situation mittlerweile ähnlich.
Dass die Finanzierung des Gesundheitssystems schwierig ist, ist nicht von der Hand zu weisen. Dies wird in Zukunft durch die zu erwartende Arbeitslosigkeit nicht besser werden. Dafür hat die Deutsche Herzstiftung Verständnis, im Gegensatz zu der unnötigen Aufblähung der Verwaltungs- und Bürokratiekosten, die durch den Gesundheitsfonds nochmals erheblich gesteigert werden. Die Stiftung wirft der Regierung vor, dass hier wichtiges Geld verschleudert wird, dass den Patienten zugute kommen müsste. Die Gesundheitsreform hat auch bei Krankenkassen und Kliniken zu wahnsinnigen Ausmaßen in der Verwaltung geführt, die zu Lasten der Patienten gehen.
Die Honorarreform muss umgehend korrigiert werden, so die Deutsche Herzstiftung in ihrer Forderung an die Bundesregierung. Aber das kann nur ein Anfang sein, denn es muss eine vernünftige Gesundheitsreform her, die unnötigen Bürokratieballast abbaut und die vorhandenen finanziellen Mittel so einsetzt, dass die dem Patienten zugute kommt und seine Versorgung auch in Zukunft adäquat gewährleistet ist.