Stromgigant RWE übernimmt den niederländischen Strom- und Gaskonzern Essent zu über 90%. Am Mittwoch wurde durch die Regierung von Nordbrabant einstimmig beschlossen, Essent-Anteile zu verkaufen. RWE hatte das Kaufangebot unter der Bedingung gestellt, dass mindestens 80% der Anteile an den deutschen Stromversorger gehen.
Zählt man die Nordbrabanter Anteile von 30,8% hinzu, summieren sich die RWE zur Verfügung stehenden Essent-Anteile der niederländischen Provinzen und Gemeinden auf 92%. In einer ersten Abstimmung hatte das Parlament von Nordbrabant den Milliardendeal verhindert, bei einer zweiten Abstimmung am 15. Mai gab es eine klare Mehrheit für den Verkauf.
Eine Bedingung der Übernahme war die Trennung der Verteilernetze. Die niederländische Wirtschaftsministerin Maria van der Hoeven hatte am Dienstag einen Plan zur Trennung des Netzwerkbetreibers Enexis von Essent genehmigt.
Die Marke Essent soll weiter geführt und die RWE-Führungsgesellschaft für Belgien und die Niederlande werden. Der Deal beschert RWE rund 5,3 Millionen neue Essent-Kunden, von denen rund eine Million in Deutschland leben und weitere 250.000 in Belgien. Wenn die Übernahme abgeschlossen ist, wird RWE in Europa 22,5 Millionen Menschen mit Strom und 12,5 Millionen Menschen mit Gas versorgen.
Mit Ausnahme des Verteilnetzes und des Entsorgungsgeschäfts will RE sämtliche Anteile von Essent übernehmen. Es handelt sich hierbei um den ersten großen Zukauf, seit Jürgen Großmann im Oktober 2007 die Konzernführung von RWE übernommen hat. Die milliardenschwere Übernahme macht RWE zum führenden Energiekonzern in Nordwesteuropa.