Im Vergleich zum 1. Quartal 2008, in dem die Elektrizitätswirtschaft 146 Mrd. Kilowattstunden Strom an die Kunden geliefert hat, waren es im 1. Quartal 2009 nur noch 140 Mrd. Kilowattstunden. Zurückzuführen ist der geringere Verbrauch jedoch nicht auf private Abnehmer, denn hier ist eher ein höherer Verbrauch zu verzeichnen. Schuld an dem rückläufigen Verbrauch ist die Industrie, die aufgrund einem Einbruch bei der Produktion weniger Energie benötigte als im Vorjahr.
Dabei spielt die Eisen- und Stahlindustrie eine große Rolle, da diese allein rund 5 Prozent des gesamten Stroms für sich beansprucht. Im ersten Quartal diesen Jahres ist die Produktion jedoch um 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurückgefallen. Nicht nur die Stromlieferer merken den Rückgang der Produktion, auch die Gasversorgungsunternehmen, die die Metallindustrie mit 6 Prozent des Gesamtvolumens beliefern, können einen Rückgang verzeichnen. Ein weiterer großer Abnehmer ist mit 14 Prozent beim Gas und 10 Prozent beim Strom die Chemieindustrie. Auch diese hat im 1. Quartal ihre Produktion deutlich drosseln müssen, was sich natürlich auch bei der Energieabnahme bemerkbar macht.
Die Gefahr besteht darin, dass durch die geringere Abnahme die Preise für Gas und Strom von den Anbietern erhöht werden müssen, um die Verluste durch die geringere Abnahme abzufangen. Der BDEW teilte mit, dass der Energieverbrauch durch die höhere Abnahme durch Privathaushalte sowie durch die Branchen Dienstleistungen, Gewerbe und Handel, die die Folge der Finanzkrise nicht so sehr zu spüren bekommen, noch einigermaßen stabil ist.