Am 11.06.2009 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Phase 6 ausgerufen. Die höchste Phase wird charakterisiert durch eine fortgesetzte Mensch-zu-Mensch-Übertragung des neuen Influenzavirus in zwei der insgesamt sechs WHO-Regionen. Seit 29.04.2009 galt vorher Phase 5. Dabei trat die Übertragung in mindestens zwei Staaten einer Region, in diesem Fall Amerika, auf. Immer mehr Staaten haben in vergangenen Tagen und Wochen Erkrankungsfälle gemeldet. Mit der höchsten Stufe wird dies angezeigt. Jörg Hacker, Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI) sagt dazu: "Daher kommt die neue Einstufung nicht unerwartet". Dass sich Deutschland auf eine solche Situation seit Jahren vorbereitet hat wird von Jörg Hacker betont.
Maßnahmen, Aufgaben und Handlungsempfehlungen enthält der nationale Pandemieplan, der von Bund und Ländern getragen wird. Weiterhin erläutert er wissenschaftliche Zusammenhänge der Pandemieplanung. Bestandteile des Plans sind auch persönliche Hygiene-Maßnahmen wie Händewaschen. Die einzelnen Bundsländer haben landesspezifische Pläne. Kommunen und Kliniken haben ebenfalls Pandemiepläne.
Bereits etablierte Maßnahmen und Krisenreaktionsstrukturen werden auch bei Phase 6 fortgeführt. Es gibt keine Automatismen. Bei Bedarf werden die Maßnahmen intensiviert und angepasst an neue Situationen. Mit modernen antiviralen Medikamenten können Erkrankte behandelt werden. Für den Fall eines erhöhten Bedarfs haben die Bundesländer Vorräte angelegt. Den Impfstoff so früh wie möglich bereit zu stellen, dazu haben sich Impfstoffhersteller in Deutschland verpflichtet und es laufen Vorarbeiten für die Produktion. Drei Monate nach Produktionsbeginn würden die ersten Impfstoffe vorliegen, so das Paul-Ehrlich-Institut, des Bundesamts für Sera und Impfstoffe. Weitere Informationen darüber sind unter www.pei.de erhältlich.
Das RKI erarbeitet gemeinsam mit den Ländern präventive Maßnahmen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes. Durch diese Maßnahmen konnte eine Ausbreitung eingeschleppter Fälle bisher meist verhindert werden. Das umfasst die frühzeitige Erkennung der Fälle, Isolation und nachfolgende Therapien, aber auch die Isolation und eventuell Frühterapie von Kontaktpersonen. Bisher waren in Deitschland die Kranlkheitsverläufe mild. Wird die Verbreitung größer muss auch in Deutschland mit schwereren Verläufen gerechnet werden. 8.000 bis 11.000 Menschen sterben bei den jährlichen Grippewellen allein in Deutschland.
Die Bedeutung von persönlichen Hygienemaßnahmen steigt durch die eingeschleppten Infektionen und auch durch die vor Ort aufgetretenen Erkrankungen. Besonders bei Kontakten zu Reiserückkehrern, bei vielen Kontakten zu anderen Menschen wie zum Beispiel in Schulen, Kindergärten und generell muss der persönlichen Hygiene große Bedeutung beigemessen werden. Das Betrifft unter anderem häufiges Händewaschen und das Husten oder Niesen in den Ärmel anstatt in die Hand. Hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion werden Influenzaviren übertragen. Beim Niesen oder Husten können Erreger zum Beispiel weiterverbreitet werden.