Die deutschen Renten steigen wieder

  1. 17.06.2009 11:10
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Ab 1. Juli erhalten rund 20 Millionen Rentnerinnen und Rentner deutlich höhere Altersbezüge. Im Westen sind die Renten um 2,41 Prozent gestiegen und im Osten sind es sogar 3,38 Prozent mehr. Die so genannte Standardrente steigt somit auf 1.224 EUR (Westen) bzw. 1.086 EUR (Osten). Bei der Standardrente wird von 45 Beitragsjahren ausgegangen.

Seit Mitte der 90er Jahre der stärkste Anstieg

Die Rentenentwicklung ist angelehnt an den Bruttolöhnen des Vorjahres. Seit 1997 im Osten und 1994 im Westen sind die Renten nicht mehr so stark angestiegen.

Die Löhne sind in 2008 im Westen um rund 2,1 Prozent gestiegen und im Osten um rund 3,1 Prozent, auf dieser Grundlage ergab sich die Rentenanpassung 2009.

Nachhaltigkeitsfaktor

Für eine rund 0,3 Prozentpunkte Steigerung bei der Rentenanpassung sorgt dieses Jahr auch der so genannte Nachhaltigkeitsfaktor. 2004 wurde dieser Faktor eingeführt und berücksichtigt die Entwicklung bei der Rentenanpassung im Verhältnis Rentenbezieher und Erwerbstätige.

Wenn die Löhne und Gehälter ausreichend steigen und somit auch die Zahl der Beitragszahler, werden im Folgejahr auch die Renten erhöht. Wenn im umgekehrten Fall die Einkommen der Erwerbstätigen nicht oder nur in geringem Maße steigen, so werden auch die Renten im Folgejahr nicht erhöht.

2005 fand der Nachhaltigkeitsfaktor erstmals bei der Rentenanpassung seine Anwendung.

"Riester-Faktor"

Erwerbstätige sorgen mit der „Riester-Rente“ auch privat für ihre zukünftige Altervorsorge. Damit sie die volle steuerliche Förderung erhalten können, müssen diese Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer seit 2004 einen prozentualen Eigenbetrag des Bruttoeinkommens selbst aufwenden. Derzeit beträgt dieser Anteil vier Prozent. Auch die Rentnerinnen und Rentner müssen sich an diesen Mehrbelastungen der Beschäftigten für die private Altersvorsorge beteiligen. Durch den so genannten "Riester-Faktor" werden diese Aufwendungen sachgerecht auf die Rentner übertragen.

Im letzten Jahr hatte die Bundesregierung beschlossen den "Riester-Faktor" für 2008 und 2009 auszusetzen, damit auch die Rentnerinnen und Rentner am damaligen Aufschwung beteiligt würden.

Die Rentenerhöhung fiel dadurch 2008 um 0,65 Prozentpunkte höher aus. Das gleiche geschieht auch jetzt in gleichem Maße. Wenn der Riester-Faktor für das vergangene und das laufende Jahre nicht ausgesetzt worden wäre, dann wäre die Rentenerhöhung mit rund 1,8 respektive 2,7 Prozent deutlich niedriger ausgefallen.

2012 und 2013 werden die ausgesetzten Stufen allerdings nachgeholt werden.

Die Krankenkassenbeiträge sinken ebenfalls

Der Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung zum 1. Juli 2009 sinken dank dem Konjunkturpaket II um 0,6 Prozent. Profitierende sind die Rentenversicherungen und Rentnerinnen und Rentner je zur Hälfte.

Das ist ein stattlicher Nettozugewinn bei einer Inflationsrate von 0.8 Prozent. Das sind für den Geldbeutel rund 2,7 Prozent mehr im Westen und eine 3,7 Prozent Steigerung im Osten.

Die Verbesserungen ab Juli bedeuten bei einer monatlichen Rente von 1.000 EUR eine Erhöhung um 27 EUR (West) und 37 EUR (Ost). 2008 betrug die Rentenerhöhung insgesamt 1,1 Prozent und 2007 waren es 0,54 Prozent. Die Jahre davor gab es sogar drei Nullrunden.

Arbeitslose gewinnen dabei auch

Auch die rund 7,6 Millionen Bürgerinnen und Bürger, die Arbeitslosengeld II und Grundsicherung im Alter beziehungsweise Sozialhilfe erhalten, profitieren von der Erhöhung dahingehend, dass zum 1. Juli der so genannte Eckregelsatz von 351 Euro monatlich auf 359 Euro steigt.






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