Ermittlungen des Bundeskriminalamtes haben im Jahr 2007 eine um 55% niedrigere Rate erfasster Beteiligungs- und Kapitalanlagebetrugsdelikte ergeben als im Jahr zuvor. Da die Dunkelziffer der nicht erfassten Fälle jedoch weitaus höher liegt, ist dies kein Grund, Entwarnung zu geben.
Geldanlagebetrüger haben in Deutschland kein leichtes Spiel, wenn sie einmal unter Verdacht stehen und angezeigt wurden. Die Aufklärungsrate bei Anlagebetrugsdelikten lag 2007 bei 99,2%, während die Aufklärungsquote bei allgemeinen Betrugsfällen nur bei 83% lag. Die hohe Aufklärungsquote ist jedoch nur ein geringer Trost für die Geschädigten, denn diese sehen ihr Geld in der Regel nicht wieder.
Anleger sollten bei der Investition ihres Geldes aufmerksam sein. Bei einigen Warnsignalen sollten sofort die Alarmglocken schrillen:
Ausländische Adressen
Liegt der Sitz des Vermittlers oder des Vertragspartners in exotischen Ländern, ist es für geschädigte Kunden so gut wie unmöglich, ihre Ansprüche rechtlich durchzusetzen. Werbung mit ausländischen Steueroasen sollen nur gutgläubige Sparer hinters Licht führen. Am besten Finger weg!
Kontakt per Telefon
Auch wenn es gesetzlich nicht rechtens ist, telefonisch nach Kundenkontakten zu fischen, wird dies immer wieder praktiziert. Grundsätzliche Devise: Niemals auf Telefongespräche dieser Art einlassen!
Versprechen hoher Gewinne:
Werden dem Anleger hohe Gewinne im zweistelligen Prozentbereich versprochen, kann man davon ausgehen, dass es sich um unseriöse Geschäftemacher handelt. Solch astronomische Renditeversprechen sollen den potenziellen Anleger zu unbedachten Entscheidungen verleiten. Auch hier: Finger weg!
Zeitdruck
Schwarze Schafe der Anlagebranche setzen ihre potenziellen Kunden oft mit der Masche unter Druck, dass nur ein schneller Entschluss zur Anlage und ein umgehender Vertragsabschluss zur versprochenen Rendite führen können. Da man Entscheidungen, die unüberlegt und Hals über Kopf getroffen werden meist bereut, sollte man auch hier dankend ablehnen.
Provisionen
Gigantische Provisionen stehen in der Regel nicht für ebenso gigantische Gewinne sondern vielmehr für die Tatsache, dass der „Anlagespezialist“ den eigenen Gewinn in den Vordergrund stellt. Verschleierte oder falsch ausgewiesene Provisionsangaben sind ein klarer Indikator für Anlagebetrüger.
Hat man einen vermeintlich lukrativen Anlagevertrag abgeschlossen und merkt im Nachhinein dass man betrogen wurde, ist es unbedingt notwendig, Anzeige bei der nächsten Polizeidienststelle zu erstatten. Nur so besteht die Möglichkeit, dass diesen Betrügern das Handwerk gelegt wird.